Brüsseler Baustellen

Liebe Leser,

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Dies gilt in besonderem Maße für die Wahlen zum Europäischen Parlament. Mit dem unwürdigen, öffentlichen Postenschacher um die EU-Spitzenjobs leisten Berlin und Brüssel der europäischen Sache einen echten Bärendienst: Der Wähler fühlt sich verladen, die Abgeordneten werden desavouiert, die Europaskepsis wächst. Umso mehr, als Europaparlament und Kommission vor gewaltigen Herausforderungen stehen.

Von der Eurorettung über die Energiepolitik bis hin zu den laufenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit den USA, Brüssel bietet mehr als genug Baustellen. Deutschland ist dabei immer involviert. Zumeist leider nur als Zahlmeister, weil wirtschaftliche Stärke und politischer Einfluss weit auseinanderklaffen. Das liegt an der traditionell schwachen Vertretung unserer nationalen Interessen. Hier sollte die Bundesregierung bei Frankreich in die Lehre gehen.

Ein Beispiel ist die europäische Bildungspolitik. Sie trägt maßgeblich zu dem akuten Fachkräftemangel im deutschen Mittelstand bei. Warum? Der Bologna-Prozess hat zu einer Überwertung des Studiums geführt. Unser duales Ausbildungssystem, ein weltweit anerkanntes Erfolgsmodell, verlor dagegen an Ansehen und damit Attraktivität. Die Schere zwischen akademischer und beruflicher (Aus-)Bildung öffnet sich immer weiter. Schon heute kommen auf 2,6 Millionen Studierende nur noch zwei Millionen Azubis.

Gefährlich wird die deutsche Leisetreterei beim Thema Schulden. Mit Frankreich, Italien, Portugal und Griechenland vollzieht gerade ein Mitglied der Eurozone nach dem anderen den Ausstieg aus dem EU-Fiskalpakt. Eigentlich müsste beispielsweise Italien seine Schuldenquote bis 2014 auf 112 Prozent senken. Tatsächlich steigt sie bis Ende 2015 auf 134 Prozent. Maastricht wird Makulatur. Im Ergebnis drohen Deutschland weitere Belastungen in Milliardenhöhe. Berlin schweigt zu alledem.

Das ist beim transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) nicht anders. Niemand stellt ernsthaft die Grundidee des freien Handels in Frage. Gleichwohl sind Zweifel an Procedere und Produkt angebracht. So soll TTIP Europa jährliche Wachstumsimpulse von 119 Milliarden Euro und 400.000 zusätzliche Jobs bringen. Warum wird das Vertragswerk dann aber im Hinterzimmer verhandelt?

Zur Freiheit gehört Fairness. TTIP wird vor allem von der Großindustrie in den USA vorangetrieben. Warum sollten die Lobbyisten der US-Konzerne ausgerechnet die Interessen des deutschen Mittelstandes im Blick haben? Last but not least warnen Experten, TTIP könne zu Lasten europäischer Standards, etwa im Bereich von Umwelt, Gesundheit, Daten- und Verbraucherschutz gehen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle bekanntlich besser. Je penetranter die Politik die Vorzüge von TTIP anpreist, desto größere Vorsicht ist geboten. Der deutsche Mittelstand darf beim Freihandelsabkommen nicht das Nachsehen haben. Und nicht nur dort. Wir werden die Politiker mit Nachdruck an ihre Verantwortung erinnern. In Berlin und in Brüssel. Dafür steht unser Verband, dafür stehe ich ganz persönlich.

Abschließend noch eine Anmerkung in eigener Sache. Unser Unternehmermagazin „Der Mittelstand.“ präsentiert sich von dieser Ausgabe an mit einem neuen, frischeren Erscheinungsbild. Ich lade Sie ein, sich selbst ein Bild davon zu machen. Teilen Sie uns doch einfach mit, was Ihnen (nicht) gefällt: mittelstand@bvmw.de. Vielen Dank und viel Vergnügen.

Mario Ohoven

Deutschland-News

Personalie

Das Präsidium des BVMW hat den stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Thomas Strobl, MdB, in den Politischen Beirat des Verbandes berufen. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU und Landesvorsitzende der CDU Baden-Württemberg verstärkt neben Dr. Gregor Gysi, Oppositionsführer und Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, dieses Gremium. Dem Politischen Beirat des BVMW gehören außerdem der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir, Dagmar Wöhrl, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sowie der langjährige FDP-Vorsitzende Dr. Wolfgang Gerhardt an.


Projektförderung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert seit kurzem ein dreijähriges Projekt des BVMW und weiterer Partner, das kleine und mittlere Unternehmen mit Antikorruptionsprogrammen unterstützten soll. In Kooperation mit der Universität Halle, der Universität Bayreuth und dem Bundeskriminalamt engagiert sich der BVMW in fünf Pilotregionen. Geplant sind Workshops, Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit, um KMU zu informieren und zu unterstützen. Vor dem Hintergrund der Zivilen Sicherheit und steigender Wirtschaftskriminalität ist der Umgang von KMU mit Korruption und möglichen Präventionsmaßnahmen ein bisher kaum erschlossenes Thema. Ziel des Projekts ist es, Opfern von Korruptionsfällen konkrete Hilfe zu geben.


Hauptschule Ade

Das Statistische Bundesamt legte jetzt seine Zahlen zum Schulrückgang in Deutschland in den letzten zehn Jahren vor. Rund 13 Prozent weniger Schüler und 15 Prozent weniger Bildungseinrichtungen im Bundesgebiet stehen dabei einer Zunahme einzelner Schulformen gegenüber. Während Hauptschulen (37 Prozent weniger) und Realschulen (16 Prozent weniger) auf dem Rückzug sind, blieb die Zahl der Gymnasien (mit G8) fast konstant und stieg die Zahl der integrierten Gesamtschulen mit allen drei Abschlüssen (und Abitur G9) um 51 Prozent. Auch Waldorf- und andere Privatschulen werden immer beliebter


Verfahrene Pkw-Maut

Im Januar 2016 soll die geplante Pkw-Maut für Ausländer eingeführt werden. Verkehrsminister Alexander Dobrindt will das Konzept noch vor der Sommerpause vorstellen. Bis dahin soll ab Juli 2015 die Lkw-Maut bereits auf Bundesstraßen ausgeweitet und Kleintransporter ab 7,5 t einbezogen werden. Die Pkw-Maut ist nicht unumstritten. So meldet Grünen-Fraktionschef Dr. Anton Hofreiter Zweifel am ökologischen und ökonomischen Nutzen an. CSU-Chef Horst Seehofer hingegen unterstützt Dobrindts Vorhaben, wonach sich die Höhe der Maut nach der Umweltfreundlichkeit der Pkws richten und es nach neueren Berichten eventuell eine Kfz-Steuerreform geben soll, bei der die Maut mit der Steuer verrechnet wird. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig jedoch fordert eine Sonderabgabe für alle Autofahrer.


Jugendliche und Mindestlohn

Ab dem 1. Januar 2015 gilt der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn, jedoch nicht für Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Praktikanten und Zeitungsausträger. Laut Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles müsse verhindert werden, dass junge Menschen lieber einen besser bezahlten Aushilfsjob annehmen, statt eine Ausbildung zu beginnen. Kritiker, darunter die Gewerkschaften, halten die Ausnahmeregelung für Diskriminierung und bemängeln gänzlich fehlende Lohnuntergrenzen für Jugendliche, wie es sie in anderen europäischen Ländern gibt. Das Gesetz wurde im April verabschiedet. Die Beschlussfassung im Bundesrat ist für September geplant.


Wettbewerbsverzerrung verhindern

Netzneutralität beschreibt die Gleichberechtigung aller im Internet kursierenden Datenpakete und ist so Ausdruck der demokratischen Grundausrichtung des Netzes. So ist die Website eines Start-ups genauso schnell zu erreichen wie die eines etablierten Unternehmens, so hat eine versendete E-Mail keine Privilegien gegenüber einem Radiostream oder einem Video und umgekehrt.

Netzneutralität schützt die grundrechtlich verankerte Meinungs- und Informationsfreiheit und verhindert Wettbewerbsverzerrungen. Netzbetreiber und technische Dienstleister dürfen keine Inhaltskontrolle betreiben oder Einfluss auf die Geschwindigkeit der zu übertragenden Daten haben. Das Bekenntnis zur Netzneutralität durch das EU-Parlament muss nun durch den Europäischen Rat bestätigt werden.


„Das Wachstum der deutschen Volkswirtschaft hängt von der Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften insbesondere in den für die Innovationskraft wichtigen MINT-Bereichen ab.“

Prof. Dr. Michael Hüter
Direktor Institut der deutschen Wirtschaft Köln


EEG-Umlage-Rabatte

Im Mai wurde vom Bundeskabinett die Neuerung zu Rabatten bei der EEG-Umlage beschlossen. Energie-intensive Unternehmen können unter leicht verschärften Kriterien weiterhin mit Rabatten rechnen. Während das Entlastungsvolumen von jährlich fünf Milliarden Euro beibehalten wird, steigt die Zahl der begünstigten Unternehmen. Firmen, die besonders viel Strom verbrauchen, zahlen nur 15, statt der geplanten 20 Prozent der Umlage, sofern die Energiekosten mehr als 16 (statt bisher 14) Prozent der Gesamtkosten betragen. Selbst produzierter Strom für den Eigenbedarf der Industrie ist nicht von der Umlage betroffen, wohingegen private Produzenten und mittelständische Firmen künftig beim Eigenverbrauch erheblich mit der EEG-Umlage belastet werden. Viele sehen eine Gefahr für die Bürgerbeteiligung an der Ökostromerzeugung.


Rente mit 63

Die im Mai beschlossene Rentenreform tritt am 1. Juli 2014 in Kraft. Die abschlagfreie Rente wird nach 45 Beitragsjahren gezahlt. Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs werden mitgezählt, aber nicht in den zwei Jahren vor der Verrentung − außer aufgrund von Insolvenz oder Betriebsschließung.

Auch Selbstständige, die 18 Jahre Pflicht- und danach freiwillige Beiträge gezahlt haben, erhalten die Rente mit 63. Die Koalition plant eine sogenannte Flexi-Rente einzuführen, die eine Anstellung über das Rentenalter hinaus erleichtert. Zudem haben Eltern mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden, Anspruch auf die neue Mütterrente, und es sind Steigerungen der Erwerbsminderungsrente und des Reha-Budgets geplant.

Fotos: Oksana Kuzmina - Fotolia.com; Gina Sanders - Fotolia.com (2); PhotoSG - Fotolia.com

Was Bildung heute leisten muss

Schulbildung droht zum Vehikel politischer Ideologien zu werden



In einer globalisierten Welt reicht es nicht mehr wie in meiner Schulzeit, die Länder der Welt nach Vorkommen von Bodenschätzen einzuteilen.

Arthur Zimmermann

Wenn man die Diskussion um das Thema Bildung verfolgt, könnte man denken, es gäbe sehr unterschiedliche und immer neue Auffassungen über den Begriff „Bildung“; weit weg vom Bildungsideal eines Wilhelm von Humboldt. Weitgehend anerkannt ist aber die eine Definition, die Bildung als all das zusammenfasst, was wir benötigen, um das Leben bestmöglich meistern zu können, den Menschen gegenüber den Verhältnissen, in denen er lebt, frei zu machen.

Anerkannt ist dabei auch die Untergliederung der Ausstattung eines Menschen mit formalen, geistigen und sittlichen Fähigkeiten, also ein nicht abschließbarer Selbstformungsprozess – nicht als Selbstzweck, sondern immer in der Auseinandersetzung mit Kultur, mit dem beruflichen Leben, in Auseinandersetzung mit den Bedingungen des privaten Lebens und mit den Angelegenheiten des politischen Gemeinwesens.

Dieses Verständnis über den Begriff Bildung hat sich auch im Laufe der Zeit kaum verändert. Wir müssen also gar nicht um einen veränderten Bildungsbegriff streiten. Was sich verändert, sind die Inhalte der Bildung in der Zeit und die Methoden, sie zu erwerben.

Im gleichen Maße, wie sich also der Kontext ändert, muss sich auch Bildung dieser Veränderung anpassen. Die Veränderungen der Gegebenheiten in Kultur, im beruflichen Leben und in den Bedingungen des privaten und politischen Lebens sind geläufig.

Die Auseinandersetzung mit kulturellen Vielfalten erfordert ein umfangreicheres Wissen über fremde Kulturen, aber auch die eigenen kulturellen Wurzeln sind kein Allgemeinwissen mehr. In einer globalisierten Welt reicht es nicht mehr wie in meiner Schulzeit, die Länder der Welt nach Vorkommen von Bodenschätzen einzuteilen. In einer Welt, in der die Ressourcen, die über Wohlstand entscheiden, vielseitiger und komplexer sind und Handelsbeziehungen mit fremden Staaten durch bildungsbedingten Abbau von Sprachbarrieren zur Selbstverständlichkeit geworden sind, muss Geographie, Kultur und Geschichte unter neuen Blickwinkeln vermittelt werden.

Gravierender sind die Veränderungen im beruflichen Leben. Die viel zitierte Verkürzung der Halbwertszeit des Wissens wird kompensiert durch eine Inflation an Information, einen unbegrenzten Zugang zu Informationsquellen. Neue Alltagstechnologien und unbegrenzte Speicher von Festplatte bis Cloud verändern den Begriff der Knappheit von Ressourcen grundlegend. Damit fertig zu werden, also aus der Fülle „das Richtige“ und „das Notwendige“ herauszufiltern, erfordert nicht nur eine Selektionstechnik, sondern auch die Kunst zu erlernen, das Substrat abzulegen, zu behalten oder gar ins Langzeitgedächtnis zu überführen. Nur wer vorher suchen und selektieren lernt und zu entscheiden, wie damit umzugehen ist, hat eine Chance, gegen die Fülle zu bestehen.

Die Veränderungen in den privaten Lebensbedingungen, ebenso wie in den politischen, sind die meist diskutierten, weil die meisten Politiker Bildungspolitik nur mit diesem Teilaspekt und dessen Eingang in den Unterricht beschäftigt. Das hat die 68er Generation die antiautoritäre Erziehung propagieren lassen mit den Folgen, die wir alle kennen: Heute muss man den jüngeren Lehrergenerationen wieder beibringen, dass auch Erziehung ein Teil ihrer Aufgaben ist, lange war dies bestritten worden. Eine Folge daraus ist eine gegenwärtig völlig falsche Diskussion über Themen wie Toleranz und sexuelle Vielfalt.

Man vergisst dabei allzu leicht, dass die Grundlagen von Toleranz gegenüber anders Denkenden, Aussehenden oder Fühlenden in den Familien gelegt werden müssen. Dann bedarf es auch keiner abstrusen Diskussionen darüber, in welcher Form dies in die Schulen muss. Sicher, die staatliche Einflussnahme auf die Eltern zu diesen Themen ist minimal (Vorleben und Beispiel geben könnte man in Familie und Politik), die gegenwärtig diskutierte politische Lösung ist der Versuch einer Nachsorge.

Auch das Thema Inklusion kann man nicht über den allgemeinen politischen Kamm scheren. Es gibt unbestritten Kinder, die trotz ihrer Einschränkungen in einer normalen Klasse bestens aufgehoben sind, es gab aber auch in der Vergangenheit genügend Gründe, Andere in einer geschützten Umgebung mit intensiverer Betreuung lernen zu lassen. Die Schweiz revidiert dahingehend schon wieder die radikale Wende.



Heute muss man den jüngeren Lehrergenerationen wieder beibringen, dass auch Erziehung ein Teil ihrer Aufgaben ist.

Arthur Zimmermann

Überhaupt kann man feststellen, dass durch das föderale Prinzip in Deutschland, in dem die Schulbildung zu den Aufgaben der Länder gehört, diese immer mehr zum Vehikel politischer Ideologien zu werden droht. Über Ordnungspolitik – Polizei ist ja einer der weiteren Länderaufgaben – kann man sich bei weitem nicht so profilieren wie mit Bildung, und eine Steigerung der Bildungsausgaben kommt in jedem Parteiprogramm vor, auch wenn die Ausgaben nur in die Renovierung von Schulhäusern fließen.

Auch die Diskussion um neue Schulformen geht in diese Richtung. Natürlich muss es das Ziel sein, einer möglichst breiten Schicht Zugang zu allen Bildungsmöglichkeiten zu öffnen. Aber wenn sich Bildungsdebatten ausschließlich auf das Kriterium der sozialen Gleichheit berufen, vergisst man allzu leicht, dass Priorität eins immer noch die Effizienz verschiedener Formen und Inhalte zur Wissensvermittlung haben muss.

 

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Leistungskrise beim männlichen Nachwuchs verhindern

Medienkonsum und die Folgen

Wir sehen mit Sorge, dass sich seit Anfang der 90er Jahre beim männlichen Nachwuchs eine ausgeprägte Leistungskrise entwickelt hat. Hier zunächst die Fakten des Statistischen Bundesamtes: 1990 hatten wir noch gleich viele männliche und weibliche Abiturienten. 2012 lautete das Zahlenverhältnis dagegen 45 Männer zu 55 Frauen. Der Männeranteil betrug 1990 unter den erfolgreichen Absolventen eines Studiums noch 64 Prozent. Bis 2012 ist er auf 49 Prozent gesunken. Alarmierend ist ferner, was sich im Hinblick auf klare Leistungsdefizite zeigt. An den Schulen dominieren die Jungen heute bei den Sitzenbleibern (58 Prozent) oder Schulabbrechern (60 Prozent). Unter denen, die an Hochschulen Prüfungen nicht bestanden haben, hat sich der Männeranteil zwischen 2005 und 2012 von 58 auf 69 Prozent erhöht.

Doch was ist die Ursache? Ein Blick in die Kindheit der heutigen Studenten bietet eine erste Antwort. Wie unsere Schülerbefragungen belegen, gab es schon Mitte des letzten Jahrzehnts gravierende Unterschiede in der Ausstattung der Kinderzimmer von Jungen und Mädchen mit Spielkonsolen und Fernsehern. Von den Jungen war fast jeder zweite stolzer Besitzer solcher Geräte, von den Mädchen etwa die Hälfte. Als Folge brachten es die Mädchen pro Tag auf eine gute Stunde Medienzeit, an Wochenenden auf zwei, die Jungen auf das Doppelte. Zu den 14- bis 16-Jährigen ergeben unsere Daten ein ähnliches Bild. Vor allem das Computerspielen erweist sich für viele Jungen als Leistungskiller. Während Mädchen im Durchschnitt pro Tag etwa 50 Minuten mit Computerspielen verbringen, sind es bei den Jungen fast zweieinhalb Stunden. Von den Mädchen kommen vier Prozent auf eine tägliche Spielzeit von mehr als 4,5 Stunden, von den Jungen 15,8 Prozent. Von den Mädchen sind nach unserer aktuellen Datenerhebung 0,8 Prozent in suchtartiges Computerspielen geraten, von den Jungen dagegen 5 Prozent.

Die entscheidende Frage ist nun, warum die Jungen so viel häufiger ins Abseits der extensiven Mediennutzung geraten als die Mädchen. Ein von uns durchgeführter Längsschnittvergleich zum Wandel der elterlichen Erziehungsmuster hat eine interessante Antwort erbracht. So lange die Söhne noch zu dominanten Stammhaltern erzogen wurden, erhielten sie von den Müttern mehr Liebe als die Töchter. Heute dagegen liegt der Anteil der jungen Frauen, die uns aus ihrer Kindheit von ausgeprägter Mutterliebe berichten, mit 77 Prozent deutlich höher als die Vergleichsquote der jungen Männer (67 Prozent). Und auch bei der väterlichen Liebe zeigt sich ein klarer Vorsprung für die Mädchen (49 zu 33 Prozent). Hinzu kommt, dass das massive Schlagen der Mädchen im Verlauf der letzten 20 Jahre weit stärker abgenommen hat, als bei den Jungen (Mädchen von 17 Prozent auf 6 Prozent, Jungen von 14 Prozent auf 8 Prozent). Und auch in Kindergärten und Schulen erhalten Mädchen heute deutlich mehr Zuwendung als die Jungen.



Computer spielen erweist sich für viele Jungen als Leistungskiller.

Prof. Dr. Christian Pfeiffer

Dies alles hat Bedeutung für das Leistungsverhalten. Wer von seinen Eltern viel Liebe und keine Hiebe abbekommen hat, entwickelt eher ein starkes Selbstwertgefühl, lässt sich in Schule und Freizeit häufiger auf positive Herausforderungen ein und erntet so Erfolge und Anerkennung. Wer dagegen im Elternhaus das andere Extrem erlebt („Wenig Liebe, viel Hiebe“) wird dadurch eher verunsichert. Er traut sich im Leistungsbereich weniger zu, erfährt nicht so oft Anerkennung. So gerät er eher in Gefahr, auf seiner Suche nach Ablenkung von der eigenen Lebensmisere und nach schnellen Erfolgen zum exzessiven Computerspieler zu werden. Von all dem sind die Jungen aber weit stärker betroffen als die Mädchen.

Was also muss sich ändern, damit Jungen und später die jungen Männer aus ihrer Leistungskrise herausfinden?

Erstens fordern wir eine über die Massenmedien, die Kindergärten und die Schulen laufende Aufklärungskampagne. Die Jungen brauchen mehr emotionale Zuwendung. So erleben nach unseren Daten nur ein Drittel der Jungen ihre Väter als liebevolle Männer, die sich engagiert um ihre Söhne kümmern. Dabei hängen Selbstvertrauen und Lebenszufriedenheit der Jungen besonders stark von der väterlichen Zuwendung ab.

Zweitens sollten die Eltern die Kinderzimmer möglichst lange von den Mediengeräten freihalten. Zumindest Grundschulkinder sollten nicht durch eigene Fernseher und Spielkonsolen dazu verführt werden, täglich stundenlang vor dem Bildschirm zu sitzen.

Drittens benötigen die Eltern heute die Unterstützung der Schulen, damit die Nachmittage der Kinder und Jugendlichen durch pädagogisch sinnvolle Angebote anregend gestaltet werden können. Wir brauchen für alle Kinder flächendeckend Ganztagsschulen. Neben der Wissensvermittlung sollten sie eine weitere zentrale Aufgabe übernehmen: „Lust auf Leben wecken“ durch ein breites Angebot von Handlungsfeldern in verschiedenen Bereichen (wie Sport, Musik, Theaterspielen oder soziales Lernen). Das Ziel muss sein, an den Nachmittagen gerade bei den Jungen leidenschaftliche Begeisterung für neue Aktivitäten zu wecken.

Wenn all das gelingt, werden die Jungen nicht mehr wie bisher zu einem hohen Prozentsatz in stundenlangen Medienkonsum geraten, sondern sich eher den wirklichen Herausforderungen des Lebens stellen.

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Bildungshoheit der Länder – ein Auslaufmodell?

Wie viel Föderalismus braucht gute Bildung? Und wie viel Bund verträgt gute Bildung? Die Meinungen gehen auseinander. Die Bildungshoheit der Länder abzuschaffen, diese Forderung scheint bei den Bürgerinnen und Bürgern immer mehr Zustimmung zu finden. Hemmnisse beim Umzug von einem Land in ein anderes bekommen nicht nur Lehrerinnen und Lehrer zu spüren. Auch für die Schülerrinnen und Schüler kann ein Umzug zu einem besonderen Kraftakt werden. Angesichts der fortschreitenden internationalen Vernetzung und der demografischen Entwicklung, die unsere Gesellschaft noch stärker auf die bestmögliche Qualifizierung der Menschen in unserem Land verweist, erscheint es als Widerspruch, auf ein grundsätzlich regional organisiertes Bildungssystem zu setzen.

Doch es gibt gute Gründe, am föderalen System festzuhalten. Nicht zuletzt die Erfahrung der verheerenden Gleichschaltungspolitik unter dem Nationalsozialismus führte dazu, den Föderalismus zu einem Kernelement des Grundgesetzes zu machen. Die Eigenstaatlichkeit der Länder garantiert Vielfalt auch im Bildungs- und Kulturwesen.

Die aktuell gute Lage ist jedoch kein Garant für die Zukunft. Die Prioritätensetzung für Bildung und Forschung muss trotz der für Bund und Länder geltenden Schuldenbremse fortgeführt werden. Auf dem Bildungsgipfel 2008 haben Bund und Länder vereinbart, dass bis 2015 das Ziel erreicht sein soll, in Deutschland zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Bildung und Forschung zu investieren. Seitdem stiegen die Bildungsausgaben von 153,9 (2008) auf 177 Milliarden Euro (2012). Der Anteil der Ausgaben für Bildung und Forschung am BIP konnte bis Ende 2012 auf 9,3 Prozent gesteigert werden. Und der Koalitionsvertrag macht deutlich, dass Bildung und Forschung im Handeln der Regierung weiterhin von oberster Priorität sind. Von den 23 Milliarden Euro, die zusätzlich bereitgestellt werden, fließt mit 9 Milliarden Euro mehr als ein Drittel in Forschung, Hochschulen und Kitas.



Es gibt gute Gründe, am föderalen System festzuhalten.

Prof. Dr. Johanna Wanka

Es gibt heute mehr Kooperation von Bund und Ländern denn je. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist die gemeinsam vereinbarte Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung“. Der Bund engagiert sich von Kitas über MINT-Förderung, Berufsorientierung an Hauptschulen, kultureller Bildung bis hin zu den Hochschulen und zur Erwachsenenbildung. Die Erträge dieser Kooperation sind beachtlich:

  • 2011 besuchten 95 Prozent der Vierjährigen Vorschulen und Kitas – weit mehr als im OECD-Durchschnitt.
  • Der Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss wurde bis 2012 auf 5,9 Prozent (2012) gesenkt.
  • Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist heute mit 7,7 Prozent die niedrigste in Europa.
  • Erwarben im Jahre 2000 noch 37 Prozent eines Jahrganges eine Studienberechtigung, waren es 2011 bereits 51 Prozent.

Und dennoch gibt es durch den Föderalismus Kooperationshemmnisse bei Bildung und Forschung. Zwar können innerhalb der jeweiligen Zuständigkeiten Bund und Länder selbstverständlich kooperieren, das Grundgesetz schließt aber aus, dass der Bund in Feldern der ausschließlichen Länderzuständigkeit mitwirkt.

Diese strikte Trennung der Zuständigkeiten ist nicht zukunftsfähig. Die Änderung von Artikel 91 b GG halte ich für zukunftsorientiert unbedingt geboten. Das Ziel: Die Fördermöglichkeiten im Wissenschaftsbereich erweitern. Erfolgreiche gemeinsame Bund-Länder-Programme wie der Hochschulpakt, die Exzellenzinitiative oder die neue Qualitätsoffensive Lehrerbildung sind sämtlich befristet. Nur über eine Grundgesetzänderung ist eine Beteiligung des Bundes an der Grundfinanzierung der Hochschulen – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – verlässlich und nachhaltig möglich. Nicht zielführend ist eine pauschale Übertragung zusätzlicher Umsatzsteuerpunkte auf die Länder. Dass diese Mittel auch tatsächlich in den Bildungsbereich fließen, lässt sich nämlich nicht dauerhaft sicherstellen.

Dabei gibt es wichtige Aufgaben zu lösen, für die jeder Euro gebraucht wird: Im Rahmen der künftigen Architektur des Wissenschaftssystems ist nicht nur eine ausreichende Anzahl von Studienplätzen zu sichern, Hochschulen müssen gleichzeitig in die Lage versetzt werden, sich stärker strategisch zu positionieren und auch Fusionen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen einzugehen. Die Lösung dieser Themenkomplexe ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.

Dass wir mit vielen unserer Produkte an der Weltspitze stehen, hat viel auch mit der Leistungsfähigkeit unseres Bildungssystems zu tun – von der Schule über die berufliche Bildung bis zu den Hochschulen. Daher gilt es nicht, das föderale System abzuschaffen, sondern im gesamtstaatlichen Interesse so auszubauen, dass auch in Zukunft die Innovationsfähigkeit Deutschlands erhalten bleibt. Der Bildungsföderalismus in Deutschland ist kein Auslaufmodell.

Foto: Sunny studio - Fotolia.com; Bundesregierung, Steffen Kugler

BVMW-Umfrage: Was mittelständische Unternehmer von Azubis erwarten

Auf soziale Kompetenzen kommt es an

Viele Jugendliche, besonders Hauptschulabsolventen, suchen händeringend einen Ausbildungsplatz. Der BVMW hat den Unternehmern und Unternehmerinnen auf den Zahn gefühlt und nachgefragt, worauf es ihnen bei der Auswahl von Auszubildenden ankommt, und wie gut Berufseinsteiger für das Berufsleben gerüstet sind.

Durchschnittlich stellen die Unternehmen circa drei Auszubildende pro Jahr neu ein. In den vergangenen Jahren haben knapp 40 Prozent der Unternehmen die Anzahl der Lehrstellen erhöht, bei rund der Hälfte ist der Bedarf gleichgeblieben.

Besonders wichtig: Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft

Schulnoten und Lehrbuchwissen sind nicht die wichtigsten Voraussetzungen, die Schulabsolventen für eine Ausbildung mitbringen sollten. Zwar sind Grundkenntnisse wie Lesen, Schreiben und Rechnen unverzichtbar, jedoch werden naturwissenschaftliche und wirtschaftliche Kenntnisse von rund 50 Prozent der Unternehmen als weniger wichtig bis unwichtig bewertet. Sie legen dagegen deutlich mehr Wert auf die Sozialkompetenz der Jugendlichen. Dabei kommt es ihnen besonders auf Zuverlässigkeit, Leistungs- und Lernbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein sowie Motivation an.

Soziale Kompetenz bei Azubis am besten ausgeprägt

Die Umfrage zeigt, dass Schulabgänger aus Erfahrung der befragten Unternehmer und Unternehmerinnen tendenziell die Erwartungen erfüllen. So gab knapp die Hälfte an, dass die Sozialkompetenz der jugendlichen Bewerber stark bis sehr stark ausgeprägt ist. Etwas niedriger ausgeprägt sind formale Qualifikation und Wissen. Erschreckend ist jedoch, dass rund 50 Prozent der Befragten angaben, dass die soziale Kompetenz sowie das Wissen der Bewerber auf eine Ausbildung in den vergangenen zehn Jahren abgenommen haben.

Zeugnis verliert an Bedeutung

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse ist es wenig überraschend, dass das Zeugnis im Auswahlprozess von Auszubildenden kaum noch ausschlaggebend ist. Immer mehr Unternehmen setzen auf ein persönliches Kennenlernen, aber auch auf Probearbeiten. Denn nur so erfahren die potenziellen Arbeitgeber mehr über Motivation und Lernbereitschaft der Azubis.

Die Ergebnisse zeigen, dass KMU leistungsschwächeren Schulabgängern nicht abgeneigt sind – dient eine Ausbildung doch dafür, noch dazuzulernen. Tendenziell werden Schulabsolventen zwar mit ihrer Qualifikation den Anforderungen in den Unternehmen gerecht, dennoch ist festzustellen, dass die überwiegende Mehrheit hinter den Erwartungen der Arbeitgeber zurück bleibt.

Mittelständische Unternehmen haben Schwierigkeiten, geeignete Berufsanfänger oder Auszubildende zu finden und umgekehrt. Dies beruht einerseits auf fehlenden Qualifikationen, andererseits auf einer mangelhaften und nicht bedarfsorientierten Ausbildung. Das Problem ist vielschichtig und kann nur mit einem Bündel von Maßnahmen gelöst werden: Betriebliche Weiterbildung, wirtschaftsnahe Qualifikation von Lehrern, Schaffung von Ausbildungsbörsen, vermehrte Beschäftigung von Frauen und Älteren, gezielte Zuwanderungspolitik, Arbeitgeberzusammenschlüsse und das BVMW-Modell der verkürzten einjährigen Zusatzausbildung von Erwachsenen.

Die BVMW-Mitglieder Gelia Lerche und Ferdinand Munk stellen auf den folgenden Seiten vor, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen.

Weiterführende Informationen und Lösungsmodelle finden Sie im Internet: www.bvmw.de/politik
/arbeitsmarkt.html

Was wollen Azubis heute?

Die 21-jährige Anna Schmitz hat Spaß an Naturwissenschaften. Ganz bewusst entschied sie sich nach ihrem Abschluss nicht für ein Studium, sondern wählte eine duale Ausbildung zur Chemielaborantin bei einem Unternehmen im Industriepark Höchst in Frankfurt. „Ich wollte einen Beruf erlernen, der zu mir passt und mir Möglichkeiten bietet weiter zu kommen“, sagt sie. „Mir ist wichtig, dass ich mich mit der Arbeit identifizieren kann.“ Um sich vorher ein Bild von „ihrem“ Beruf zu machen, nutzte sie den Tag der offenen Tür bei Provadis, Bildungsdienstleister am Industriepark Höchst.

Markus Vogel
Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH
www.provadis.de

Was ist im Auswahlprozess von Auszubildenden für Sie ausschlaggebend?

Wie hat sich das Profil der Auszubildenden in den vergangenen zehn Jahren verändert?

  • soziale Kompetenz

  • Wissen/Kenntnisse

  • formale Qualifikation (Noten, Schulabschluss)

Legende

Foto: r0b_ - Fotolia.com

Wie sehen Unternehmer Berufsanfänger heute?

Gelia Lerche und Ferdinand Munk sind engagierte Mitglieder der BVMW-Kommission Arbeit und Soziales. Als Geschäftsführer von mittelständischen Unternehmen bilden sie seit vielen Jahren junge Menschen aus.
Der Mittelstand. hat bei ihnen nachgefragt.

Frau Lerche, welche Erfahrungen haben Sie mit der Qualifikation von Schulabgängern während der Ausbildung in Ihrem Betrieb gemacht? Wie schätzen Sie den allgemeinen Wissensstand und die soziale Kompetenz der Auszubildenden ein?

Der Wissensstand von Schulabgängern und ihre sozialen Kompetenzen haben sich in den letzten Jahren verändert. Es gibt weiterhin eine Anzahl von Schülern, bei denen es keine Beanstandung gibt, aber die Zahl derer, die deutliche Defizite aufweisen, wächst beeindruckend. Mangelndes Interesse, fehlende Ausdauer beim Verfolgen eines Ziels und unzureichende Kenntnisse in Grundlagenfächern sind die gravierendsten Mängel. Hinzu kommt fehlende soziale Kompetenz.

Das führt zu Verunsicherung in Unternehmen. Die normale Qualifikation eines Ausbilders im Unternehmen reicht heute oft nicht mehr aus, um aus schwierigen jungen Menschen gute Facharbeiter zu machen. Wir brauchen den Dialog mit der Schule, und wir müssen uns die Frage stellen: Wie kommt es zu dieser Entwicklung?

Gelia Lerche
Geschäftsführerin
LESA Maschinen GmbH

Welche Maßnahmen ergreifen Sie als Unternehmerin, Schülern den Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern?

Schüler brauchen unsere Unterstützung, um einen Platz in der Gesellschaft zu finden. In unserem Unternehmen haben wir gute Erfahrungen mit dem Freiwilligen Technikjahr gemacht. Wir bieten Schülern die Möglichkeit, sich zu erproben, bevor sie sich für eine Berufsausbildung oder für ein Studium entscheiden. Die praktische Arbeit hilft auch „Schultraumata“ zu überwinden. Die Schüler erhalten eine Vergütung, die dem Ausbildungsentgelt im ersten Ausbildungsjahr entspricht.

www.lesa-maschinen.de



Schüler brauchen unsere Unterstüzung, um einen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Gelia Lerche

Das Technikjahr ist eine Initiative des VDE Berlin Brandenburg (ETV Elektrotechnischer Verein e. V.). Es ermöglicht Schülern, ein Jahr in einem Betrieb als Praktikant mitzuarbeiten. Dabei bekommen die Schüler einen Einblick in alle Bereiche, können sich erproben und herausfinden, ob ein technischer Beruf oder ein technisches Studium das Richtige für sie ist.

Herr Munk, welche Erfahrungen haben Sie mit der Qualifikation von Schulabgängern während der Ausbildung in Ihrem Betrieb gemacht? Wie schätzen Sie den allgemeinen Wissensstand und die soziale Kompetenz der Auszubildenden ein?

Im schulischen Bereich brauchen Auszubildende neben der Berufsschule oft noch Unterstützung in Form von Nachhilfe. Gerade in den ausbildungsspezifischen Fächern. Hier tun sich viele junge Menschen schwer. Es dauert eine Weile, bis sich die Auszubildenden an die neue Art von Lernen gewöhnen. Hier können wir nur unterstützen und helfen, dass der Übergang funktioniert.



Dass die sozialen Kompetenzen im Leben meist eine größere Rolle spielen als die Schulnoten, ist noch nicht bei jedem angekommen.

Ferdinand Munk

Die sozialen Kompetenzen sind ganz unterschiedlich. Ich habe das Gefühl, dass neuerdings in den Schulen ein Schwerpunkt auf diesen Bereich gelegt wird. Dass die sozialen Kompetenzen im Leben meist eine größere Rolle spielen als die Schulnoten, ist noch nicht bei jedem angekommen – hier gibt es noch viel zu tun.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie als Unternehmer, Schülern den Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern?

Wir nehmen uns sehr viel Zeit für unsere Auszubildenden und versuchen immer, auf jeden Einzelnen einzugehen. Manche brauchen für diesen Einstieg einfach länger, diese Zeit geben wir den jungen Leuten. Als Unternehmer ist es wichtig, auch die Sichtweise von den Auszubildenden zu verstehen und Verständnis zu zeigen. Wichtig ist, dass sich Auszubildende nicht allein gelassen fühlen in einem Unternehmen. Zu Beginn der Ausbildung machen wir jedes Jahr mit allen Auszubildenden mehrere Teamtage. Während der Ausbildung gibt es regelmäßige Treffen und Gespräche. Auf Probleme, ob im Schulbereich oder privat, gehen wir immer sofort ein und bieten Unterstützung an, zum Beispiel durch Nachhilfestunden während der Arbeitszeit durch ausgebildete Lehrer.

Sie bieten mehreren Schulen vor Ort Wirtschaftspatenschaften an …

Als Wirtschaftspaten beraten wir einerseits die Schüler auf dem Weg zur richtigen Ausbildungsstelle. Andererseits unterstützen wir die Schulleitung und das Lehrerkollegium in Wirtschaftsfragen oder bei verschiedenen Projekten wie Ausbildungstage. Wir gehen regelmäßig in die Klassen und stellen Berufe vor oder wir helfen beim Bewerben. Wir sind Ansprechpartner für die Schulen, wenn es um wirtschaftliche Fragen oder auch um den Kontakt zu anderen Unternehmen geht.

www.steigtechnik.de

Fotos G. Lerche & F. Munk: Ekko von Schwichow, ehrenberg-bilder - Fotolia.com

Gutes Handwerk – schlechtes Image

Die Lehre verdient und braucht eine Aufwertung

Ein Gespräch mit dem Arbeitsforscher Prof. Dr. Gerhard Bosch, Universität Duisburg-Essen, über die Vorteile der dualen Ausbildung, Imageprobleme kleiner Betriebe und den Akademisierungswahn.

Der Mittelstand.: Herr Professor Dr. Bosch, warum sinkt die Ausbildungsquote?

Prof. Dr. Gerhard Bosch: In Zeiten hoher Beschäftigung herrscht ein Passungsproblem: Junge Leute sind wählerisch. Kleine und mittlere Unternhemen leiden besonders darunter. Es locken namhafte große Unternehmen, es herrscht Angst vor dem Konkurs kleiner Betriebe, außerdem wird die akademische Ausbildung favorisiert. KMU haben ein Imageproblem, wenn auch unberechtigt. Viele eigentümergeführte Betriebe bilden auf hohem Niveau aus, denken langfristig und haben hohe Übernahmequoten.

Muss die berufliche Ausbildung attraktiver werden?

Erst vor kurzem hat der Wissenschaftstrat die Empfehlung zur „Aufwertung der Lehre“ gegeben. Das ist ein richtiger Schritt gegen die einseitige Fokussierung auf die Akademisierung und nutzt dem Mittelstand. Nutzlos sind Akademiker, die „von oben“ auf Führungspositionen gesetzt werden, aber nicht wissen, was im Betrieb passiert. Das führt zu Qualitätsproblemen.



Akademiker sind entgegen der etablierten Meinung nicht flexibler, sie werden im Gegenteil immer spezialisierter.

Prof. Dr. Gerhard Bosch

Gibt es eine Krise des dualen Systems?

Nein, Auszubildende sind universeller im Unternehmen einsetzbar, sie lernen in modern geführten Betrieben. In den Berufsschulen stehen moderne Technologien zur Verfügung, und sie lernen branchenübergreifend im Team. Im Baugewerbe weiß heute der Maurer, was der Maler tut. Akademiker sind entgegen der etablierten Meinung nicht flexibler, sie werden im Gegenteil immer spezialisierter.

Wo sind die Gefahren für das duale System?

Die Konkurrenz durch die Universitäten ist hoch. Viele Jugendliche wollen studieren. Das duale System befindet sich in einer gefährlichen Sandwichposition: Es zieht die Grenze nach unten zu ungelernten Kräften mit geringem Bildungsniveau und nach oben zur Universität. Das macht es verletzlich.

Ihre Forderung an die Bildungspolitik?

Das duale System und die Berufsausbildung müssen aufgewertet werden. Eine systematische frühe Berufsberatung an Schulen und betriebliche Praktika sind angezeigt. Die Vorteile müssen kommuniziert werden: Eine Ausbildung führt schnell zum Arbeitsverhältnis, spätere Fortbildungen sind immer möglich. Der Meister ist im deutschen und österreichischen Qualifikationsrahmen dem Bachelor gleichgestellt.

Die Nachteile einer akademischen Ausbildung?

Man kann nicht alle an die Universität bringen, davon profitieren mittelständische Branchen nicht. Die Wanderung der Berufsbildung auf die akademische Ebene hat keine Perspektive: 25 Prozent der Arbeitsplätze in den Industrienationen sind akademikergeeignet. Produziert eine Volkswirtschaft 50 Prozent Hochschulabgänger, hat sie ein Problem. Dieser akademische Überhang drängt auf die unteren Ebenen. In den USA gibt es bereits den Bachelor für Köche.

 

Modularisierte Ausbildung

Durch den immer komplexer werdenden Arbeitsmarkt muss das System der Dualen Ausbildung modernisiert werden. Darum setzt sich der BVMW für eine Modularisierung der Berufsausbildung ein. In der Diskussion um die Ausbildung auf europäischer Ebene gilt die Modularisierte Ausbildung als Voraussetzung, wenn nicht sogar als Bedingung, für mehr Transparenz und Durchlässigkeit der Berufsbildung über die europäischen Grenzen hinweg. Module sind inhaltliche oder funktionale Einheiten, die zu einem Ganzen kombiniert werden können.

Ähnlich wie bei modernen Hochschulstudiengängen soll die Ausbildung mit standardisierten Ausbildungsbausteinen gegliedert werden, die innerhalb einer Berufsgruppe kombinierbar sind, und die die Anrechnung von Teilleistungen möglich machen. So verfolgt Modularisierung das Ziel einer erhöhten Flexibilität innerhalb einer dualen Berufsausbildung. In diesem Rahmen bleiben modulare Strukturierungen auf einen spezifischen Beruf begrenzt.

Positionspapier „Modularisierte Ausbildung“ unter: www.bvmw.de/
politik/arbeitsmarkt

Foto: Robert Kneschke - Fotolia.com, Kurhan - Fotolia.com

Hochkarätige Politiker (neu) im Politischen Beirat des BVMW

Spitzengremium und Spitzengespräche

Der Politische Beirat: Bundesminister a. D. Dr. Wolfgang Gerhardt, FDP, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung; Staatssekretärin a. D. Dagmar Wöhrl, CSU, Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung; Senator a. D. Dr. Gregor Gysi, Oppositionsführer und Parteivorsitzender DIE LINKE; Mario Ohoven; Thomas Strobl, Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg und stellvertretender Bundesvorsitzender; Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen (v. li.).

Spitzenpolitiker für das Spitzengremium: Mit Thomas Strobl, MdB, und Dr. Gregor Gysi, MdB, konnte Mario Ohoven zwei weitere hochkarätige Politiker für den Politischen Beirat des BVMW gewinnen.

Thomas Strobl ist stellvertretender Parteivorsitzender der CDU, Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Wie sehr dem 54-jährigen Heilbronner der Mittestand am Herzen liegt wird deutlich, wenn er über seinen Wahlkreis spricht: „In unserer Region leben erfolgreiche mittelständische Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe Tür an Tür mit Weltmarktführern. Mein täglicher Einsatz gilt daher besonders der Unterstützung unseres heimischen Mittelstands.“

Mit Dr. Gregor Gysi, 66, dem Vorsitzenden der Linksfraktion, ist zugleich der Oppositionsführer des Deutschen Bundestags Mitglied im Politischen Beirat des BVMW geworden. Der ehemalige Berliner Wirtschaftssenator betont zu seiner Mitgliedschaft im Beratergremium des deutschen Mittelstands, dass es auch bei unterschiedlichen Interessen gelingen könne, Übereinstimmungen herzustellen.

Die Staatssekretäre a. D. Otto Bernhard und Dr. Hans Kremendahl, zwei Persönlichkeiten, die Großes für den Mittelstand insgesamt geleistet haben, werden zukünftig als Berater des Politischen Beirats tätig sein, zu dessen Mitbegründern sie gehören.

Es ist ein besonderes Anliegen von Mittelstandspräsident Mario Ohoven, gemeinsam mit der Politik für die dringlichen Aufgaben Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung und Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte konkrete Lösungen zu finden, von denen die Unternehmen unmittelbaren Nutzen haben. Schon heute hat jeder zweite Mittelständler Schwierigkeiten, genügend fachlich qualifiziertes Personal (vor allem Ingenieure, Techniker und Pflegekräfte) zu finden. Mehr als 30 Prozent der KMU mussten aus diesem Grund sogar schon einmal konkrete Aufträge ablehnen.

Mit Wolfgang Bosbach, dem Vorsitzenden des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, fand deshalb ein intensiver Meinungsaustausch statt, bei dem auch Fragen der IT-Sicherheit und des zukünftigen Energiedesigns erörtert wurden.

Die Novelle des EEG-Gesetzes steht im Fokus zahlreicher Gespräche, die der BVMW mit Landes- und Bundespolitikern führt. Insbesondere die im Gesetzesentwurf der Bundesregierung vorgesehenen Einschnitte in der mittelständisch geprägten Biogasbranche, wie etwa der restriktive Zubaukorridor, drohen deren Innovationsvorsprung zunichte zu machen. Dabei sind deutsche Unternehmen im Bereich der Biogastechnologie weltweit führend. Zudem ist diese Technologie dezentral. Bestehende Anlagen werden zumeist von Landwirten oder kleinen und mittleren Unternehmen betrieben. Somit bleibt die Wertschöpfung in den Regionen, was die Akzeptanz der Energiewende erheblich steigert.

  • Mittelstand im Fokus: Gespräch mit Bundesminister a. D. Wolfgang Tiefensee, wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.

  • Mario Ohoven mit dem Innenausschuss-Vorsitzenden Wolfgang Bosbach (CDU).

In zahlreichen persönlichen Treffen mit Spitzenpolitikern auf Bundes- und Landesebene machte sich Mittelstandspräsiden Mario Ohoven für den Erhalt dieser Branche und damit gegen den Verlust von bis zu 40.000 Arbeitsplätzen stark.

Im Dialog mit dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Dr. Gerd Müller ging es darum, die Aktivitäten der Wirtschaft, der Außenwirtschaftsförderung und der Entwicklungszusammenarbeit noch besser miteinander zu verzahnen. Dazu wurde der BVMW im Rahmen einer Anhörung des Ministeriums um eine Stellungnahme gebeten. BVMW-Vorstandsmitglied Dr. Jochen Leonhardt führte dazu in Anwesenheit zahlreicher Vertreter von Politik, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft aus, dass der deutsche Mittelstand mit seiner hohen Innovationskraft die gerade in Schwellenländern enorme Entwicklung vorantreiben kann. Um diese Chancen jedoch nutzen zu können, forderte er, dass die Instrumente des BMZ stärker auf die Anforderungen und Bedürfnisse der KMU ausgerichtet werden müssten. Für ein verstärktes Engagement des Mittelstands, in Entwicklungs- und Schwellenländern sollten stärkere Anreize gesetzt werden. Diese können entweder finanzieller Art sein, oder auch durch Unterstützung beim Markteintritt, beispielsweise durch Marktinformationen, Netzwerke, Kontakte zu Regierungen und zu Universitäten. Hierzu könne das weltweite Netzwerk des BVMW einen wichtigen Beitrag leisten.

Beim Treffen Mario Ohovens mit Wolfgang Tiefensee, dem wirtschafts- und energiepolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und früheren Leipziger Oberbürgermeister, standen die Themen Steuern und Energiepolitik im Vordergrund. Ohoven sprach sich für die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung aus. Vereinbart wurde eine konkrete Zusammenarbeit mit dem BVMW insbesondere auf den Gebieten der Steuer- und Kommunalpolitik.

Fotos: Fabian Matzerath, Christian Kruppa

Weltweit Türen öffnen für den deutschen Mittelstand

Gespräche mit hochrangigen Vertretern aus Indien, Rumänien und Ägypten

  • Mario Ohoven mit dem indischen Botschafter Vijay Gokhale …

  • mit dem rumänischen Mittelstandsminister Florin Jianu …

  • und mit dem ägyptischen Botschafter Dr. Mohamed Abdelhamid Ibrahim Higazy (li.) und mit Mohamed S. Khallaf, Leiter der Wirtschafts- und Handelsabteilung (re.).

„German Mittelstand“ gewinnt als Marke international weiter an Bedeutung. Besonders erfreulich ist, dass der BVMW mittlerweile als Synonym für German Mittelstand gesehen wird. Das unterstreichen einmal mehr die hochkarätigen politischen Gespräche des deutschen und europäischen Mittelstandspräsidenten Mario Ohoven in den vergangenen Wochen.

Ein besonderes Highlight war dabei der Empfang des indischen Botschafters, Vijay Gokhale, in seiner Berliner Residenz. In Anwesenheit von fünfzehn Mitgliedern des Bundeswirtschaftssenats, darunter vier Weltmarktführer, fand ein offener Dialog über aktuelle Probleme und Herausforderungen auf dem indischen Markt statt.

Dabei konnten ganz konkrete Lösungen für BVMW-Mitglieder vereinbart werden, die auf dem indischen Markt aktiv sind, darunter Weltmarktführer Kärger.

Für den weltweit agierenden Beschlagteile-Spezialisten EMKA wurden die Weichen für eine Erweiterung der Produktionsstätte in Indien gestellt.

Lernen vom Erfolgsmodell, deutscher Mittelstand stand auch im Fokus eines Treffens zwischen BVMW-Präsident Ohoven und dem für Mittelstandsfragen zuständigen rumänischen Minister Florin Jianu. Dass Rumänien ein eigenes Fachressort für das Thema Mittelstand eingerichtet hat, sei der Bundesregierung zur Nachahmung empfohlen, so Ohoven. Beide Seiten vereinbarten einen praktischen Erfahrungsaustausch sowie eine Zusammenarbeit auf Verbandsebene.

Zu Gast beim BVMW waren auch der ägyptische Botschafter Dr. Mohamed Abdelhamid Ibrahim Higazy und der Leiter der Wirtschafts- und Handelsabteilung, Mohamed S. Khallaf. Die Präsidentschaftswahlen sorgen hoffentlich für eine Beruhigung und bessere politische Rahmenbedingungen, so dass auch wieder in Ägypten mit Unterstützung des BVMW neue Geschäftspotenziale für den deutschen Mittelstand erschlossen werden können.

Bildungsurlaub versus betriebliche Weiterbildung

Thüringer Koalition uneinig über Bildungsfreistellungsgesetz

Gegenwärtig fordern die Thüringer Sozialdemokraten, unterstützt durch den DGB Hessen- Thüringen, die Einführung eines gesetzlichen Bildungsurlaubs. Die schwarz-rote Landesregierung hatte dazu 2009 im Koalitionsvertrag die gesetzliche Regelung zur Bildungsfreistellung im Einvernehmen mit den Unternehmen und unter Berücksichtigung betrieblicher Erfordernisse aufgenommen. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft sowie alle anderen Verbände und Kammern der Wirtschaft lehnen ein Bildungsfreistellungsgesetz für Thüringen entschieden ab. Bisher hat die CDU-Fraktion die Einbeziehung des Gesetzentwurfes in den Landtag verhindern können.



Weiterbildung hat an Bedeutung zugenommen und wird verstärkt den Mitarbeitern während der Arbeitszeit angeboten.

Die Grundlage bildet das Übereinkommen 140 der Allgemeinen Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) von 1974. Im ILO-Übereinkommen ist die Verpflichtung enthalten, den Arbeitnehmern bezahlte Freistellung zur Bildung zu gewähren. Die Bundesrepublik Deutschland hat dieses Übereinkommen mit der Ratifizierung am 30. November 1976 zwar völkerrechtlich anerkannt, bis heute haben aber die Landtage von Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen noch kein Bildungsfreistellungsgesetz beschlossen. Der Landesverband Thüringen des BVMW hat dazu eine Umfrage bei den Mitgliedsunternehmen durchgeführt. Die große Mehrheit sieht für einen gesetzlich geregelten Bildungsurlaub keinen Handlungsbedarf des Thüringer Landtages. Vielmehr müsse die Bildungspolitik des Landes die Notwendigkeit und Bedeutung des lebenslangen Lernens stärker in den Mittelpunkt stellen. Unbestritten ist eine gute fachliche Bildung der Mitarbeiter ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Dazu organisieren die Unternehmer seit Jahren wirksame Instrumente und Maßnahmen der betrieblichen Aus- und Weiterbildung. Eine gesetzliche Regelung zur bezahlten Freistellung für Bildung sei deshalb ein unnötiger Eingriff des Freistaates Thüringen in die unternehmerische Freiheit. Vielmehr müsse an der Reduzierung von Verordnungen und Vorschriften gearbeitet werden und nicht ein neues bürokratisches Monster geschaffen werden.

Die Möglichkeiten der Bildung der Arbeitnehmer außerhalb der Arbeitszeit oder während des Jahresurlaubes sind im Informationszeitalter so vielfältig wie noch nie. Der Umfang einer arbeitsplatzbezogenen Weiterbildung hat an Bedeutung zugenommen und wird verstärkt den Mitarbeitern während der Arbeitszeit angeboten. Für allgemeine Bildungsmaßnahmen steht ein breites Angebot verschiedener Bildungsträger zur Verfügung. Häufig regeln Arbeitgeber und Arbeitnehmer individuell eine Freistellung. Deshalb die klare Position des BVMW: Thüringen braucht kein Bildungsfreistellungsgesetz.

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Studie: Warum Mittelständler mehr investieren sollten

Mehr Wachstum wagen!

Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland machen einen guten Job und sind entsprechend erfolgreich. Auf 1,8 Prozent taxiert die Bundesregierung derzeit das Wirtschaftswachstum in Deutschland für das Jahr 2014, im darauffolgenden Jahr sollen es sogar zwei Prozent werden. Und auf den noch wachstumsträchtigeren internationalen Märkten, zum Beispiel in China, ist der Mittelstand ebenfalls auf Erfolgskurs. Dass es den Unternehmen gut geht, bestätigt auch die aktuelle Studie „Vorsicht versus Vision: Investitionsstrategien im Mittelstand“ der Commerzbank-Mittelstandsinitiative UnternehmerPerspektiven: Kaum ein Unternehmen klagt über Finanzierungsschwierigkeiten, und mit dem Umfang der eigenen Investitionen zeigen sich drei Viertel der Unternehmen zufrieden.

Wir haben die Unternehmer in der Studie – natürlich etwas zugespitzt – vor die Alternative gestellt: Was heißt gute Unternehmensplanung für ein Unternehmen, eher „auf Sicht fahren“ und kurzfristig planen – oder eher langfristige Entscheidungen treffen? 42 Prozent präferieren die kurzfristige, 53 Prozent plädieren für langfristige Planung und sind bereit, die damit verbundenen Unwägbarkeiten in Kauf zu nehmen. Als wir diese Frage 2012 in einer anderen Studie genauso gestellt haben, war die Verteilung noch nahezu umgekehrt. Die Befragung zeigt aber auch, dass die Unternehmen diese langfristige Perspektive noch nicht auf breiter Front in die Tat umsetzen, wenn es um die konkrete Investitionsplanung geht: Hier dominieren Substanzerhalt und Optimierung. So investieren 91 Prozent der Unternehmen in die Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, 86 Prozent investieren in die Optimierung von Arbeits- und Organisationsstrukturen. Aber nur 68 Prozent der Befragten wollen neue Vertriebsstrukturen mit Investitionen aufbauen, 65 Prozent entwickeln neue Produkte und 60 Prozent investieren in Markenaufbau und -werbung. Das wirft die Frage auf, ob die Unternehmer hierzulande genug tun, um den Anschluss an die Entwicklung auf den Weltmärkten nicht leichtfertig durch allzu vorsichtiges Investieren zu verspielen. Zumal die Unternehmen auch selbst noch Luft nach oben sehen in Sachen Wachstum: Es sind doppelt so viele der befragten Unternehmen unzufrieden mit der Umsatzrentabilität (23 Prozent) und der Umsatzentwicklung (20 Prozent) wie mit der Eigenkapitalquote (11 Prozent).



Man sollte allerdings bedenken, dass sich die möglichen Folgen von zu geringer Investitionstätigkeit erst in fünf oder zehn Jahren zeigen dürften.

Markus Beumer

Die Zurückhaltung der Unternehmen spiegelte sich auch schon in den Ergebnissen unserer Studien aus den vergangenen Jahren. Ich sehe so etwas wie eine „Neue Normalität“ in Bezug auf die Wachstumsskepsis der mittelständischen Unternehmen nach der letzten Krise. Es gibt nicht die eine Stellschraube, an der man drehen könnte, um die Investitionstätigkeit anzuregen, sondern ein unsicheres Grundgefühl der Unternehmen – darin liegt eine nicht unmittelbare, aber in ihren Auswirkungen nicht zu unterschätzende Folge der Finanz- und Schuldenkrise. Angesichts der momentan sehr guten Lage der Unternehmen mag man einwenden, dass der Mittelstand mit seiner vorsichtigen Investitionsstrategie ja offenbar nicht schlecht fährt. Und in der Tat läuft es ja seit Ende der Krise sehr gut für die Unternehmen. Man sollte allerdings bedenken, dass sich die möglichen Folgen von zu geringer Investitionstätigkeit erst in fünf oder zehn Jahren zeigen dürften. Oder anders gesagt: All das, was heute in den Unternehmen an Substanz da ist, auf dem neuesten Stand gehalten und optimiert wird, war irgendwann einmal eine Wachstumsinvestition. Deshalb ist es so wichtig, sich nicht auf dem Erfolg auszuruhen, den sich die Unternehmen erarbeitet haben.

Die finanzielle Verfassung der Unternehmen ist gut, Kredite sind günstig und die Konjunkturaussichten sind freundlich. Hinzu kommt, dass es etliche Wachstumsfelder gibt, die lnvestitionen lohnend erscheinen lassen. So sind die deutschen Unternehmen weltweit führend bei der Vernetzung von klassischem Maschinenbau mit moderner IT. Wer wäre mehr dazu prädestiniert, die Entwicklung der nächsten Stufe der Automatisierung in Angriff zu nehmen, die unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ verhandelt wird? Nicht nur bei den Maschinen und Anlagen selbst, sondern vor allem auch beim Service, der bei manchen Anbietern mehr als 50 Prozent des Umsatzes ausmacht, bietet die Digitalisierung noch viel Potenzial. Das sehen auch 41 Prozent der für unsere Studie befragten Unternehmer so, damit ist Digitalisierung von in der Befragung vorgegebenen aktuellen Megatrends derjenige, in dem noch die meisten Unternehmen neues Geschäftspotenzial sehen. Das bedeutet aber auch, dass mehr als die Hälfte, nämlich 59 Prozent des deutschen Mittelstands, nicht glaubt, dass mit der Digitalisierung auch positive Impulse für das eigene Geschäft verbunden sein könnten. Ähnlich liegt die Sache beim Megatrend „Wachstum in BRICS-Staaten und Schwellenländern“. Gerade einmal 19 Prozent der Befragten verbinden damit positives Geschäftspotenzial. Stärker als die Chancen ist der mit den Megatrends verbundene Investitionsbedarf im Bewusstsein der Unternehmen präsent.

Es muss darum gehen, den Mittelstand dabei zu unterstützen, die abwartende Position zu verlassen. Wir müssen Mut zum Investieren machen, wir müssen Ideen haben und fördern und die Chancen für Wachstum wieder stärker in den Blick bekommen. Und dann – im Jahr der Fußball-WM sei der Ausdruck gestattet – müssen wir diese Chancen auch verwandeln.

 

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Europa-News

Sorgen um Griechenland

Griechenland ist beim Kampf gegen den gigantischen Schuldenberg weiterhin auf internationale Hilfe angewiesen. Nach einem Bericht der EU-Kommission wird das Land, das unter einem Schuldenstand von über 175 Prozent des BIP ächzt, diesen bis zum Jahr 2020 nur auf 125 Prozent senken können. Allein 2013 hat Athen über 23 Milliarden Euro neue Schulden angehäuft. Trotzdem gibt es Licht am Horizont: Nach sechs Jahren Rezession rechnet Griechenland 2014 wieder mit einem leichten Wachstum von 0,6 Prozent. Die griechische Regierung hofft auf niedrigere Zinsen und längere Zahlungsfristen. Allgemein wird erst im Herbst mit Entscheidungen für einen indirekten Schuldenerlass gerechnet.

www.faz.net > Schuldenstand Griechenland


EU-Bankenunion

Für die Bankenunion und den EU-Abwicklungsfonds für marode Institute hat das Europaparlament grünes Licht gegeben. Ab 2016 werden vor allem Eigentümer und Gläubiger für die Rettung zur Kasse gebeten. Sparer mit weniger als 100.000 Euro Guthaben bleiben verschont. „Damit haben wir einen wichtigen Schritt für die Entwicklung eines stabilen Finanzsystems getan“, so die Europaabgeordnete Doris Pack (EVP). Die Banken müssen ab 2016 in einen Abwicklungsfonds einzahlen, dessen Volumen in acht Jahren 55 Milliarden Euro erreichen soll. Zudem beschloss das EU-Parlament den Rechtsanspruch auf ein „Girokonto für jedermann“. In der EU sollen circa 30 Millionen Bürger kein Girokonto haben.

www.doris-pack.de


Haushalte in den EU-Ländern

Die Lage der öffentlichen Haushalte in der Europäischen Union hat sich 2013 kaum gebessert. Zwar ging das Gesamtdefizit in den 18 Euro-Staaten von 3,7 auf 3,0 Prozent leicht zurück. Aber die Gesamtverschuldung aller Euro-Länder stieg auf 92,6 Prozent der Wirtschaftsleistung an. Vor drei Jahren waren es noch sieben Prozent weniger. Musterland unter den jungen Euro-Ländern ist Estland mit einem Staatsdefizit von nur -0,2 Prozent und einem Schuldenstand von zehn Prozent. Damit werden die Maastricht-Kriterien (max. 3 Prozent Defizit und max. 60 Prozent Schuldenstand) weit unterschritten.

www.epp.eurostat
.ec.europa.eu


Schwarzarbeit

Arbeitsagenturen, Steuer- und Migrationsbehörden sowie Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen nach dem Willen der EU-Kommission die Schwarzarbeit engagierter bekämpfen. Dazu schlägt die Kommission die Einrichtung einer Plattform vor. Sie soll zum Austausch von Informationen und zur Entwicklung gemeinsamer Instrumente gegen Scheinselbstständigkeit und Schwarzarbeit dienen, insbesondere bei Zulieferketten und Subunternehmen. EU-Sozialkommissar László Andor wünscht auch ein Instrumentarium für gemeinsame Kontrollen und grenzüberschreitenden Datentransfer.

www.ec.europa.eu/
deutschland/press/
pr_releases/
12278_de.htm


Neues Machtzentrum

Seit Jahren verlagert sich das Machtzentrum innerhalb der Europäischen Union weg von der Kommission hin zu neuen Institutionen. Der gewiefte Stratege und EZB-Chef Mario Draghi nutzte die Not der EU-Regierungen, immer neue Rettungspakete schnüren zu müssen, um den Einfluss der Europäischen Zentralbank zu steigern. Draghi gilt nach Bundeskanzlerin Merkel als der zweitwichtigste Entscheidungsträger in Europa. Dadurch, dass die aufwändige Bankenaufsicht bei der EZB angesiedelt ist, wird Draghi faktisch zum Chefaufseher der 128 systemrelevanten Banken in Europa. Die Europäische Notenbank ist zugleich Spieler und Schiedsrichter, denn sie entscheidet über Leitzinsen ebenso wie über die Geschäftsfähigkeit der Kreditinstitute.

www.ecb.europa.eu


Europa hat gewählt

Anfang Juli tritt das neu gewählte Europaparlament zur konstituierenden Sitzung zusammen. Mitte Juli soll es bereits den neuen Chef der EU-Kommission wählen. Ob das wirklich klappt, weiß man erst nach Auszählung der Stimmen. Denn die Zusammensetzung des neuen Parlaments bietet so manche Überraschung und Unwägbarkeit. Wie stabil ist wirklich die Mehrheit der EVP-Fraktion, um dem konservativen Spitzenkandidaten Jean-Claude Juncker zum Sieg zu verhelfen? Droht ein Machtkampf zwischen Parlament und EU-Rat um ein kompliziertes Personalpaket? Zu dem Postenpoker gehören schließlich nicht nur der Kommissionspräsident, sondern auch ein neuer EU-Ratspräsident, ein Beauftragter für die gemeinsame Außenpolitik und ein neuer Parlamentspräsident. Mit dem Zugewinn der Euro-Skeptiker verstärkt sich der Druck auf die etablierten Parteien, im Parlament zusammenzurücken, damit die Kräfte vom linken und rechten Rand nicht in die Rolle eines Mehrheitsbeschaffers schlüpfen können.

Diese Europawahl war die erste nach der Schuldenkrise. Nach wie vor sorgt die hohe Arbeitslosigkeit in vielen EU-Staaten für Frustration. Aber das ist nicht der einzige Grund für den Vormarsch von Populisten und Radikalen. Beispielhaft dafür steht Frankreich, wo die Bevölkerung die Europawahl nutzte, um die sozialistische Regierung abzustrafen. Insgesamt werden im Europaparlament ab sofort 140 europafeindliche Abgeordnete sitzen. Dies ist noch weit entfernt von einer Mehrheit (376 Sitze). Erste Kommentare zeigen, dass das Ergebnis als Signal verstanden wird, die Politik der Arglosigkeit zu beenden und sich auf gemeinsame Stärken zu konzentrieren.

www.elections2014.eu


Furcht vor Deflation

Die Verbraucherpreise in der Eurozone bleiben auf einem extrem niedrigen Niveau. Befürchtungen einer bevorstehenden Deflation werden lauter. Die Inflationsrate lag Ende März bei 0,5 Prozent, wie die Statistikbehörde EUROSTAT mitteilte. Solch einen geringen Preisauftrieb gab es zuletzt im November 2009 – mitten in der Wirtschaftskrise. Die Inflationsrate liegt damit weit unter dem Zielwert von zwei Prozent der Europäischen Zentralbank. In fünf der achtzehn Euro-Länder sind die Preise sogar gefallen

www.finanzen.net/inflation

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Meisterbrief gefährdet

Deutschlands duales Ausbildungssystem hat sich bewährt

Durch die demographische Entwicklung und den damit einhergehenden Fachkräftemangel in Deutschland kommt der Diskussion um den deutschen Meisterbrief und die duale Berufsausbildung eine große Bedeutung zu. Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands beruht unter anderem auf der dualen Ausbildung mit schulischem und betrieblichem Anteil. Das System hat sich bewährt. Dies zeigen auch die Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit.



Der Meisterbrief führt zu einem verbesserten Rating und hat somit eine herausragende Bedeutung für die Finanzierung eines Unternehmens.

Markus Ferber

In Oberbayern lag die Quote im Jahr 2013 bei 4,4 Prozent. Ceuta (Spanien) oder Ipeiros (Griechenland) haben im gleichen Zeitraum mit weitaus höherer Jugendarbeitslosigkeit zu kämpfen (72,7 Prozent bzw. 67 Prozent). Worum uns Länder wie Spanien spätestens seit der Wirtschaftskrise beneiden, ist eine bei uns über lange Zeit gewachsene Tradition. Selbst die Europäische Kommission lobt das deutsche duale Ausbildungssystem und unterstützt den Aufbau in anderen Staaten.

Eine immer kleiner werdende Erwerbstätigenbevölkerung in Deutschland bedeutet, dass ausländische Fachkräfte stärker nachgefragt sind. Die Wirtschaft ist an einer Ausnutzung der Binnenmarktpotenziale interessiert, und die Mobilität in der EU sollte verstärkt gefördert werden. Die Anerkennung von Berufsqualifikationen zu erleichtern, ist hier ein wesentlicher Baustein. Allerdings muss dabei stets das Qualitätsniveau der deutschen Ausbildung gehalten werden. Dies kommt letztlich auch dem Verbraucher zugute, der an Wertarbeit interessiert ist. In vielen Bereichen des Handwerks wird daher aus gutem Grund an der Meisterprüfung festgehalten. Damit das Qualitätsniveau in der dualen Ausbildung stabil bleibt, dürfen etwa im Elektrohandwerk nur Meisterbetriebe Nachwuchs ausbilden.

Auch Banken setzen großes Vertrauen in den Meistertitel. Bei der Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen stellt sich für Banken oftmals die Frage nach der Kreditwürdigkeit eines Unternehmers. Der Meisterbrief führt zu einem verbesserten Rating und hat somit eine herausragende Bedeutung für die Finanzierung eines Unternehmens.

Es ist daher mehr als fragwürdig, wenn die Kommission in den länderspezifischen Empfehlungen im Rahmen des Europäischen Semesters Deregulierungen insbesondere im Handwerk verlangt. Auch die Aufforderung an die Mitgliedsstaaten, ihre reglementierten Berufe zu evaluieren, zielt auf den Abbau von Regulierungen. Diese sind aus Sicht der Kommission oftmals wettbewerbshemmend. Damit ist der Meisterbrief als Voraussetzung für die berufliche Selbstständigkeit gefährdet. Auf europäischer Ebene macht sich die CSU daher stark für den Meistervorbehalt, denn gerade die Meisterqualifikation garantiert die hohe Qualität der Ausbildung und somit deutscher Produkte und Dienstleistungen.

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Gelernt ist gelernt – egal wo?

Seit zwei Jahren können ausländische Berufsqualifikationen bei uns leichter anerkannt werden

Die ungarische Kiefernchirurgin, die nachts putzt, der serbische Schifffahrtsingenieur, der Taxi fährt – viele Migranten in Deutschland arbeiten nicht in ihrem erlernten Beruf. Fähigkeiten und Kenntnisse liegen brach, zugleich droht das Gespenst des Fachkräftemangels.

Ein Missstand, das sagte sich auch Annette Schavan, Bildungsministerin bis 2013. Unter ihrer Federführung erließ das Kabinett im April 2012 das „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“: das Anerkennungsgesetz. Wer seine berufliche Qualifikation im Ausland erlangt hat, soll es in Deutschland nun leichter haben zu arbeiten. Ein probates Mittel gegen den Fachkräftemangel, glaubt auch Schavans Nachfolgerin Johanna Wanka. Sie hat genau zwei Jahre nach dem Gesetzesstart den ersten Bericht zum Anerkennungsgesetz vorgelegt.



Unser duales System ist hochgelobt, aber es ist nicht das einzige.

Matthias Knuth

Ein erster Blick darauf ernüchtert. Nur knapp 11.000 Migranten bemühten sich 2012 darum, ihren Abschluss als gleichwertig mit der deutschen Qualifikation anerkennen zu lassen. Es wurden 8.000 Bescheide erstellt, 82 Prozent davon bescheinigten den Antragstellern die „volle Gleichwertigkeit“ ihrer Abschlüsse. Seit Anfang 2013 könnten also rund 6.500 qualifizierte Arbeitskräfte den deutschen Markt beleben, ein Tropfen auf den heißen Stein des Fachkräftemangels. Professor Matthias Knuth vom Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen hat den Bericht gelesen und warnt vor überzogenen Erwartungen: „Viele Betroffene profitieren gar nicht vom Anerkennungsgesetz. Manche stehen vor der Rente, andere konnten sich beruflich ganz woanders etablieren. Bleiben jene, die jung genug sind und sich beruflich verändern oder aufsteigen wollen.“

Viele Ärzte, wenig Ingenieure

Es sind vorwiegend Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Krankenpfleger, die die Gleichwertigkeit ihrer Abschlüsse gerne Schwarz auf Weiß sähen. Knuth wundert das nicht, denn Gesundheitsberufe sind durchweg „reglementierte Berufe“ mit strengen Ausbildungsvorschriften und -inhalten. Für sie findet sich im Ausland am ehesten der Referenzberuf, der es den Prüfern leicht macht, den Abschluss als gleichwertig zu beurteilen. Der Augenarzt, der in den Abruzzen studiert hat, muss sehr ähnliche Anforderungen meistern wie sein deutscher Kollege.

Ganz anders in den nicht reglementierten Berufen ohne staatliche Vorgaben, wie sie hierzulande im Rahmen der dualen Ausbildung erlernt werden: „Ob es die Entsprechung zu unserem KFZ-Mechatroniker im Ausland überhaupt gibt, ist fraglich.“ Entsprechend selten beantragen ausländische Fachkräfte mit einem Beruf, wie er hier im dualen System gelehrt wird, die deutsche Anerkennung. Gerade mal 84 Mechatroniker, 72 Zerspanungsmechaniker und 60 Elektroanlagenmonteure möchten hier „anerkannt“ arbeiten. Doch unterschiedliche Ausbildungsschwerpunkte und -inhalte sowie verschiedene Zeugnisse und Bescheinigungen machen die Überprüfung auf Gleichwertigkeit zu einer großen Herausforderung.

Mittelständler sollten das Gesetz ernst nehmen

Wenn nun mittelständische Unternehmen auf Linderung des Fachkräftemangels durch mehr ausländische Arbeitskräfte hoffen, sehen sie sich also erst mal enttäuscht. Sie suchen nicht nach dem Kieferchirurgen oder der Tierärztin, sondern nach dem Facharbeiter mit einer soliden Ausbildung, die mit dem deutschen dualen System vergleichbar ist. Bislang hat der Mittelstand sich nicht zu den enttäuschenden ersten Zahlen geäußert, und Matthias Knuth weiß, warum: „Kleinen Unternehmen ist oft gar nicht bekannt, dass ausländische Abschlüsse anerkannt werden können, und dass die entsprechende Bescheinigung verlässlich ist.“ Er warnt vor einem negativen Zirkel: „Wenn nun ein in Deutschland frisch anerkannter Zerspanungsmechaniker vom mittelständischen Unternehmer nicht eingestellt wird, weil der die Gleichwertigkeitsbescheinigung nicht kennt oder ihr misstraut, spricht sich das herum. Und so werden sich auch weiterhin wenig ausländische Fachkräfte aus mittelstandsrelevanten Berufen um die Anerkennung bemühen.“

Das duale System: sehr deutsch

Die Gefahr eines solchen Teufelskreises kann man nicht unbedingt dem komplexen Anerkennungsverfahren vorwerfen: „Dessen Unübersichtlichkeit ist auch unserem föderalen System, den komplexen Anforderungen des dualen Systems und den Eigenheiten unseres akademischen Ausbildungssystems geschuldet. All das wird man nicht ändern wegen der Zuwanderer. Die kann man schließlich nicht in ihre Jugend zurückschicken, damit sie deutsche Azubis werden.“ Zugleich sieht Knuth nicht die Gefahr einer Abwertung deutscher Abschlüsse durch eine mögliche Aufwertung ausländischer Qualifikationen. „Unser duales System ist hochgelobt, aber es ist nicht das einzige System, um einen Berufsabschluss zu erlangen. Sonst dürfte in keinem anderen Land der Welt eine Klimaanlage hängen.“ Das duale System hat schlicht eine eigene, sehr deutsche Geschichte; es ist gewachsen in einer durch Zünfte und Handwerk geprägten mittelständischen Wirtschaftsstruktur. Dasselbe von Volkswirtschaften mit komplett anderer Historie zu verlangen, ist unvernünftig: „Da sollten wir weniger überheblich sein“, mahnt Knuth.



Zwei Jahre Anerkennungsgesetz haben den mittelständisch geprägten Branchen wenig gebracht.

Zwei Jahre Anerkennungsgesetz haben den mittelständisch geprägten Branchen also wenig gebracht. Doch dank des geänderten Rechtsrahmens sieht Matthias Knuth langfristig eine Chance. „Die Verteilung der Gleichwertigkeitsbescheinigung nach Berufsbildern wird sich im Lauf der Zeit ändern, auch zugunsten des Mittelstandes.“ Warten wir den zweiten Bericht von Johanna Wanka ab.

Foto: peshkova - Fotolia.com

Victoria – Mittelstands-Oase im Südosten Australiens

Ein Unternehmensstandort ohne Risiko für Investoren

Weltstadt mit Charme: Die Skyline von Melbourne.

Der australische Bundesstaat Victoria: asiatische Märkte liegen vergleichsweise nah vor der Haustür, prosperierender Binnenmarkt, stabile Rahmenbedingungen sowie eine hohe Lebensqualität mit Parallelen zum nordeuropäischen Lebensstil. Eine Alternative für deutsche Mittelständler zum teilweise noch instabilen asiatischen Markt.

Deutsche Unternehmen wie Freudenberg, Festo, Continental und Bosch sind seit über 50 Jahren in Victoria erfolgreich. Obwohl der Bundesstaat im Südosten des Kontinents nur drei Prozent der australischen Landmasse einnimmt, finden hier über 24 Prozent der wirtschaftlichen Aktivität des Landes statt. Er ist eine Hochburg für Agrarwirtschaft, Maschinenbau, verarbeitende Industrie und Innovationen im Bereich Forschung und Entwicklung. Für ausländische Investoren ist die Bürokratie transparent, das politische Klima stabil und der Zugang zu Fördermitteln und Subventionen gewährleistet.

Tor zu asiatischen Märkten

Victorias Hauptstadt Melbourne gilt als Australiens wichtigster Transportknotenpunkt. Die Metropole verfügt sowohl über den wichtigsten Frachtflughafen Australasiens, als auch über den größten Containerhafen der südlichen Halbkugel: 40 Prozent des australischen Seehandels werden in Melbournes Containerhafen abgewickelt. Das sind circa 3.500 Schiffe und über 2,1 Millionen Container jährlich. Über den Luftweg werden pro Woche 350.000 Tonnen Fracht im Jahr umgeschlagen. Die landesinnere Anbindung über das Straßen- oder Schienennetz wird permanent ausgebaut.

„Made in Germany“ in Victoria zu Hause

Ansässige deutsche Unternehmen haben in den vergangenen Jahren weiter investiert: Fresenius, Fuchs Petrolub, und DB Schenker bauten ihre Produktions- oder Servicestandorte in Victoria aus. Mittelständler wie Spheros und Smilog wagten erst kürzlich ihren Markteinstieg in den Südosten des Landes – mit Erfolg.

Stabiler Binnenmarkt und beliebtes Auswanderungsziel

Die Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent und ein prognostiziertes Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent sind Indizien dafür, dass Australien die globale Wirtschaftskrise gemeistert hat. Australien hatte damals als einziges Industrieland ein Wirtschaftswachstum erzielt.

Australien befindet sich im BDO-Index internationaler Standorte für den Mittelstand (BDO International Business Compass 2013) auf Platz vier. Der Schutz von geistigem Eigentum und Urheberrecht wird in der australischen Gesetzgebung sehr viel konsequenter gehandhabt als in Deutschland.

Victoria hat mit der Schaffung von 115.800 neuen Arbeitsplätzen – das sind über 25.000 mehr als in den anderen Bundesstaaten – maßgeblich zur wirtschaftlichen Erholung Australiens beigetragen. Nicht nur deshalb steht das Land auf der Rangliste der beliebtesten Auswanderungsziele der Deutschen ganz weit oben.

Lebensqualität und gute Arbeitsbedingungen

Victorias Hauptstadt Melbourne vereint den Charme einer europäischen Metropole mit der Entspanntheit einer Küstenstadt. Es herrscht ein gemäßigtes Klima. Bereits zum dritten Mal wurde Melbourne vom „Economist“ als eine der lebenswertesten Städte der Welt ausgezeichnet. Mit ihrer multikulturellen Bevölkerung, internationaler Kunstszene sowie kulinarischer Vielfalt, Einkaufsmöglichkeiten und vielfältigen Freizeitangeboten bietet die Küstenstadt ein attraktives Umfeld für Besucher und Zuwanderer aus Europa.

  • Wild und ursprünglich: Philip Island im Süden Victorias.

  • Meist gute Freunde: Australiens Koalas.

  • „Ballooning“ im Sonnenuntergang: Yarra River, Melbourne.

  • Melbournes „Tram“: Das größte Straßenbahnnetz der Welt.

  • Beste Bedingungen für Landwirtschaft, Weinanbau und Lebensmittelverarbeitung: Tarrawarra Estate.

  • Historisch unterwegs: Wochenendausflug mit Dampf.

Victoria in Kürze

Mit rund 5,5 Millionen Einwohnern auf einer Fläche von 227.000 km2 (zwei Drittel der Bundesrepublik Deutschland) ist Victoria im Südosten des Landes der kleinste und der am zweitdichtesten besiedelte Bundesstaat Australiens. Neben der Hauptstadt Melbourne mit circa 3,7 Millionen Einwohnern zählen Geelong, Ballarat und Bendigo zu den größeren Städten. Victorias Wirtschaft gilt als eine der stabilsten der Welt: die starke Fertigungsindustrie mit einer ausgeprägten Forschungs- und Entwicklungslandschaft und ein prosperierendes Dienstleistungsgewerbe bieten eine hervorragende Plattform für innovative Geschäftsideen. Das Klima ist im Vergleich zum Rest des Landes eher gemäßigt.

 

Fotos: Pressebüro Victoria, Karte: Ekler - Fotolia.com

Guido Augustin macht sich Gedanken über unsere Welt und ihre Bewohner

Früher war etwas witzig, wenn es eine Pointe hatte. Heute ist das sehr viel einfacher – es genügt ein Smiley. Im Umkehrschluss heißt das: Ohne Smiley kein Witz. Es ist das Ende der raffinierten Ironie – und keiner tut etwas dagegen.

Warum jemanden schonen? Selbst manch Silberrücken aus dem Mittelstand entblödet sich nicht mehr, seinen digital verbreiteten Frohsinn mit dem einzig gültigen Humor-Etikett zu versehen: Dem Smiley. Das fanden Sie jetzt nicht lustig? Nochmal: Selbst manch Silberrücken ;-) aus dem Mittelstand entblödet 8-) sich nicht mehr, seinen digital verbreiteten Frohsinn :o mit dem einzig gültigen Humor-Etikett zu versehen >:D Geht doch.

Das Schöne an der Smilerei: Selbst ernste Themen lassen sich so federleicht den Empfängern um die Ohren hauen, und die freuen sich sogar noch. Wenn nicht: War doch alles nur Spaß – Smiley nicht gesehen? „Lass uns Freunde bleiben ;-)“ oder „Ich würde mich außerordentlich freuen, wenn Sie zukünftig Ihre Zielvorgaben einhielten! :-))“ Ein echter Schenkelklopfer à la Heinz Erhardt.

Und jetzt versuchen Sie doch mal, mit diesem frischen Wissen in der formfreien Kommunikation auf Social Media einen Witz zu machen – genauer: einen Witz ohne Smiley zu machen. Also so, dass es keiner merkt. Das ist mitunter extrem lustig und irritiert Ihre Mitmenschen derart, dass es die reine Freude ist.

Ich habe das zuletzt am 1. April (sic!) ausprobiert. Ich schrieb den unheilschwangeren Satz: „Ach ja: Ich bin jetzt Veganer!“ Kein Smiley, keine Auflösung am 2. April. Prompt habe ich damit manche meiner Freunde in dumpfe Verwirrung gestürzt, die viele bis heute nicht überwunden haben. ;o)

Vielleicht sollten wir versuchen, nicht zu werten, zu verdammen, sondern das Phänomen als solches anzunehmen und uns zu überlegen, wie wir die Smileys als Humorbeschleuniger oder Grantelbremser effektiv einsetzen könnten. Ich denke da beispielsweise an die urdeutschen Schilderwälder: „Betreten der Baustelle verboten. Eltern haften für ihre Kinder ;-)“, klingt doch gleich viel netter. Oder „Militärischer Sicherheitsbereich ;-) Schusswaffengebrauch :o“. Oder gar die listig lustigen Miniaturhinweise in der Telekommunikationswerbung, die ja gegen Abmahnungen der Konkurrenz und Verbraucherschützer helfen sollen. Die könnte man doch gründlich versmilen – liest ja eh keiner, kann ruhig lustig sein.

Foto: Heike Rost

Bildung in Zahlen

wurde in der Weimarer Verfassung erstmals eine deutschlandweite Schulpflicht festgeschrieben. Zuvor gab es diese schon in einzelnen deutschen Gebieten. Seit 1960 gilt sie auch für Kinder ohne deutsche Staatsbürgerschaft. In anderen EU-Ländern gibt es stattdessen eine Bildungs- oder Unterrichtspflicht, die im Gegensatz zu Deutschland nicht an den Besuch einer Schule gebunden ist.

 

Prozent der deutschen Betriebe haben 2011 ihren Mitarbeitern Weiterbildungen ermöglicht. Kleine und mittlere Unternehmen bewegen sich dabei auf Augenhöhe mit den großen. Zwar können viele KMU nicht jährlich Weiterbildungen anbieten, dafür ist die Investition in Weiterbildung der Mitarbeiter langfristig gesehen umso nachhaltiger. Oft sind es jedoch nur die höher qualifizierten Mitarbeiter, die an den Weiterbildungen teilnehmen.

 

weniger Personen als im Vorjahr absolvierten 2012 eine Berufsausbildung in Deutschland. Gleichzeitig gewannen Ausbildungsberufe im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen an Beliebtheit. Am begehrtesten ist nach wie vor der Ausbildungsbereich Industrie und Handel mit 333.182 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Während unter den Frauen der Beruf „Kauffrau Einzelhandel“ auf Platz eins liegt, belegt der „Kaufmann Einzelhandel“ bei den Männern Platz zwei, hinter dem Kfz-Mechatroniker.

 

44 PROZENT der 55- bis 64-Jährigen bildeten sich 2012 weiter. Das ist zwar deutlich weniger als der Durchschnitt aller Berufstätigen, jedoch stieg die Beteiligung dieser Altersgruppe an Weiterbildungen von 2010 zu 2012 um 11 Prozent.

 

ausländische Studienanfänger/innen immatrikulierten sich im Studienjahr 2013 an einer deutschen Hochschule. Erstmals wurde damit die 100.000-Marke überschritten. Insgesamt begannen 507.124 Personen ihr Studium in Deutschland. Das ist die zweithöchste Zahl Erstimmatrikulierter nach dem Rekord von 2011 mit 518.748 Studienanfänger/innen. Der Anteil ausländischer Studierender stieg in diesen zwei Jahren dennoch um 3 Prozent. Sie belegten vorzugsweise die Fächer der Rechts-, Wirtschafts-, Sozial- und Ingenieurwissenschaften.

 

Erfolgsfaktor Mensch

Weiterbildung als Unternehmensstrategie für den Mittelstand



Sein Expertenwissen ist ausgeprägt, sein Führungswissen dagegen unterentwickelt.

Peter Kunzweiler

Das Thema Weiterbildung scheint auch bei kleinen und mittleren Unternehmen einen wichtigen Stellenwert zu haben – zumindest theoretisch. Erkannt wird offensichtlich, dass die Mitarbeiterbildung einen entscheidenden Schlüssel zum Unternehmenserfolg darstellt. Doch nicht nur das Unternehmen profitiert, sondern auch die Mitarbeiter. Weiterbildungsangebote erhöhen die Motivation und die Zufriedenheit der Mitarbeiter entscheidend.

Damit die Wirkung einer Weiterbildungsmaßnahme nachhaltig wirkt, bedarf es einer auf das einzelne Unternehmen zugeschnittenen Strategie, für die aber gerade in kleineren Unternehmen das dazu notwendige Know-how fehlt. Wer das nötige Fachwissen nicht im eigenen Unternehmen hat, sollte sich bei spezialisierten Trainern und Coaches Rat holen und gemeinsam ein Weiterbildungskonzept erarbeiten.

Besonders in kleinen und mittleren Betrieben zeigt sich, dass Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens Karriere machen konnten, ohne durch Weiterbildung auf die neuen und zusätzlichen Aufgaben vorbereitet worden zu sein. So steigt ein Fachingenieur zum Abteilungsleiter auf, ohne besondere Kenntnisse in Mitarbeiterführung zu haben. Sein Expertenwissen ist ausgeprägt, sein Führungswissen dagegen unterentwickelt. Je höher er die Karriereleiter erklimmt, desto weniger ist sein Fachwissen gefragt.

Systematisch vorgehen

War er es als Fachmann gewohnt, durch Expertise zu glänzen, sieht er sich nun mit Herausforderungen konfrontiert, die er mit seinem bisherigen Fachwissen nicht bewältigen kann. Dieses Phänomen ist in kleinen und mittleren Betrieben besonders häufig zu beobachten, weshalb gerade hier ein enormes Potenzial und eine große Chance liegt, Mitarbeiter zielgerichtet zu qualifizieren. Um diese Defizite zu beheben, sollten folgende Punkte systematisch bearbeitet werden:

  • Reflektion der eigenen Führungsrolle
  • persönliche Erfahrungen mit Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern
  • Wahrnehmung der Führungsrolle und der daraus erwachsenen Konsequenzen
  • Reflektion des bisherigen Führungsverhaltens
  • Eigen- und Fremdbildabgleich
  • Bewusstmachung der eigenen Stärken und Schwächen
  • Führung definieren
  • Wirkung verschiedener Führungsstile auf die Mitarbeiter
  • gezielter Einsatz verschiedener Führungsinstrumente
  • Arbeiten mit Zielen
  • Delegation und Information
  • Mitarbeitermotivation fordern und fördern
  • Feedbackregeln aufstellen und beachten
  • Mitarbeitergespräche richtig führen
  • Teamprozess und seine Phasen
  • Mitarbeiterleistungen richtig einschätzen, beurteilen und fordern

Die richtige Kombination finden

Durch Weiterbildungsmaßnahmen von der Stange wird oft nur eine geringfügige Wissensvermittlung und eine Veränderung des Verhaltens der Mitarbeiter erreicht. Wer den Weiterbildungserfolg seiner Mitarbeiter nachhaltig sichern will, sollte auf aktive, problem- und handlungsorientierte Mitarbeiterqualifizierung setzen. Erfolgversprechend ist eine spezielle Kombination aus theoretischen, praktischen und bedarfsorientierten Elementen, die sich nicht nur von der Masse abheben, sondern sich darüber hinaus deutlich von den übrigen Angeboten aus dem Bereich der Weiterbildungsangebote abgrenzen.

Die Mitarbeiterqualifizierung sollte auch als wirksames Instrument der Mitarbeiterbindung und Mitarbeiterrekrutierung genutzt werden. In erster Linie gilt es, die Wissenslücken im Unternehmen zu schließen, in zweiter Linie wird von immer mehr Unternehmen die Strategie verfolgt, durch Qualifizierungsmaßnahmen gezielt Fachkräfte zu binden, aber für neue Mitarbeiter auch Perspektiven aufzuzeigen. Der Fachkräftemangel wird mit zunehmender Tendenz eine weitere Herausforderung für kleine und mittelständische Unternehmen darstellen. Große Unternehmen unterhalten eigene Akademien, die verlockende Angebote bereithalten und durch geschicktes Marketing Bewerber anlocken sollen.

Diesen Wettstreit können kleine und mittlere Betriebe nur mit einem attraktiven und praxisbezogenen Weiterbildungsangebot bestehen. Wichtig dabei ist, dass die Maßnahmen nicht nur eindeutig definiert, sondern auch ständig evaluiert werden. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können auf Mitarbeiter mit gebündeltem Know-how zurückgreifen; diese gilt es zu Lehrenden zu machen, was die einmalige Chance bietet, die nächste Generation von Fachkräften auszubilden. Kurze Wege, flache Hierarchien, starker Praxisbezug, all das sind Vorteile gegenüber großen Unternehmen. Gezielte Talentförderung hält nicht nur Mitarbeiter im eigenen Unternehmen, sondern lockt auch neue an.



Weiterbildungsangebote erhöhen die Motivation und die Zufriedenheit der Mitarbeiter entscheidend.

Peter Kunzweiler

Reine Wissensvermittlung reicht jedoch nicht aus; wichtig ist, das neu erworbene Wissen in die Praxis umzusetzen. Vom Learning zum Doing zu kommen, gerade hierin liegt die größte Chance, aber auch die größte Herausforderung. Nur wer die Weiterbildungsmaßnahmen auch im Nachgang bewertet, stellt sicher, dass die Mitarbeiter ihr neues Wissen auch nutzen und nicht in alte Muster zurückfallen.

Foto: vege - Fotolia.com

Lernfähige Unternehmen

Erfolgreicher Wirtschaften durch anpassungsfähige Lernmethoden

„Informationen teilen statt Informationen schützen“ – so lautet das neue Motto im Zeitalter des Social Learnings. Unternehmenslenker sind gegenüber diesen neuen Trends häufig skeptisch und fragen sich zu Recht: Was bringen die Entwicklungen im Bereich der modernen Lernmethoden?

Vor der Existenz des technikgestützten Lernens wurden in Unternehmen alle Lerninhalte in Präsenzveranstaltungen vermittelt. Ein Trainer lehrte die Trainees im Frontalunterricht. Mit der Einführung von E-Learning Ende der 90er Jahre wurde das Lernen zeit- und ortsunabhängiger. Durch die explosionsartige Entwicklung der Social Media und die zunehmende Auswertbarkeit von Massendaten erreicht heute die Autonomie des lernenden Mitarbeiters sowie des Kunden eine neue Stufe. Zwei wesentliche Trends werden deutlich. Erstens: Die Kontrolle des Lernens in größeren Unternehmen erfolgt verstärkt von unten nach oben. Das impliziert, dass die Basis zunehmend selbst entscheidet, welche Lerninhalte in die Systeme und damit in die Köpfe des Unternehmens einfließen. Zweitens: Lernen geschieht immer informeller. Es wird nicht mehr ausschließlich von den Personalverantwortlichen geplant und organisiert. Der Lernende wird autonom.

Das lernfähige Unternehmen

Im Sinne der Organisationsentwicklung ist eine lernende Organisation vor allem wandlungsfähig. Sie ist in der Lage, auf äußere und innere Reize zu reagieren. Und zwar in ihrer Struktur. Nicht die heutige Menge des Wissens in der Organisation entscheidet über deren künftige Wettbewerbsfähigkeit, sondern die strukturelle Fähigkeit, dieses Wissen zu aktualisieren.

Je höher die Organisationsintelligenz, desto höher der Grad der Lernfähigkeit, das heißt auch der Anpassungsfähigkeit. Eine lernende Organisation ist somit immer ein bewegliches System. Verschiedene Organisationstypen lernen anders, wandeln sich anders, passen sich anders an. Ist die Organisation vorwiegend prozess- oder kundenorientiert, hat sie eine Linien- oder eine Matrixstruktur, geht es eher um Präzision oder um Innovation? Es ist wichtig zu wissen, WER WANN WAS zu lernen hat.

Erfolgreiche Lernstrukturen

Geplante Wandlungs- oder Lernprozesse in Organisationen sind erfolgreich, wenn alle wesentlichen Themen erfasst und behandelt werden. Wer sind die wichtigen Interessengruppen? Wer entscheidet? Wer wird geschult? Wer ist betroffen? In meiner eigenen Unternehmerpraxis habe ich es erlebt, dass ein einziger vergessener Interessenvertreter große Lernprojekte zum Stillstand bringen kann.

Ein gutes Lernkonzept für den Controller wird dem kreativen Manager vielleicht zu trocken, zu wenig emotionalisierend und dadurch leblos vorkommen. Ein Lernkonzept für den kreativen Manager wird dem Controller möglicherweise unsachlich, unsystematisch und zu stark fehlertolerant erscheinen. Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass sich einzelne Manager, beispielsweise Produktmanager, in mehreren Organisationskontexten bewegen müssen. Eben noch ein exakter Produktionscontroller, dann kreativer Design-Lobbyist, anschließend sozialkompetenter Kundenbetreuer. Andere Lernziele, andere Methoden.



Nicht die Menge des Wissens entscheidet, sondern die strukturelle Fähigkeit, dieses Wissen zu aktualisieren.

Andreas von Oertzen

Fazit

Das selbstlernfähige Unternehmen wird bessere Ergebnisse erzielen und innovativer sein als der Wettbewerber. Unternehmen geraten in Schwierigkeiten, wenn deren Mitarbeiter weniger wissen, weniger Neues entwickeln, weniger motiviert sind. Lebenslanges Lernen wird zum immer wichtigeren Wettbewerbsvorteil. Die Unternehmensführung sollte die wesentlichen Mechanismen und Parameter kennen, verstehen und steuern können. Dabei unterstützen kompetente Sparringspartner, damit das Unternehmen auch künftig erfolgreich im Wettbewerb bestehen kann.

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Unternehmerpreise

Mitmachen lohnt sich – gute Presse ist Wettbewerbsgewinnern sicher! Und Unternehmensgründern winken Fördergelder. Hier stellen wir Ihnen einige der aktuellen Unternehmerpreise vor.

Axia-Award 2014

In diesem Jahr steht der Award unter dem Motto „Nachhaltig denken, erfolgreich lenken”. Noch bis zum Sommer können sich Unternehmen aus Ostdeutschland, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg bewerben. Es gibt vier Preisträger pro Region, die als herausragende Vertreter des deutschen Mittelstandes geehrt werden.

Erste Bewerbungsphase bis Juli 2014

www.axia-award.de

kfw-Gründerchampions

Ausgezeichnet werden Unternehmerinnen und Unternehmer, die nach dem 31.12.2008 in Deutschland gegründet, beziehungsweise eine Firma im Rahmen der Nachfolge übernommen haben. Insgesamt stehen 30.000 Euro Preisgeld zur Verfügung. Die GründerChampions werden im Oktober im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ausgezeichnet.

Bewerbungen bis 1. August 2014

www.degut.de/gruenderchampions-2014

Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis

Mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis zeichnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie herausragende Beispiele für rohstoff- und materialeffiziente Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen von mittelständischen Unternehmen sowie anwendungsoriente Forschungsergebnisse mit einer Prämie von 10.000 Euro aus.

Bewerbungen bis 23. September 2014

www.deutscher-rohstoffeffizienz-preis.de

TOP JOB – Die besten Arbeitgeber im Mittelstand

Mittels einer Mitarbeiterbefragung können sich Unternehmen in sechs Kriterien einschätzen lassen und so ihre Tauglichkeit als Arbeitgeber überprüfen. TOP JOB analysiert die Wirkung der Personalarbeit und die Arbeitgeberattraktivität. Wenn alle Kriterien erfüllt werden, erhält das Unternehmen das TOP JOB-Siegel.

Bewerbungen bis 10. Oktober 2014

www.topjob.de

News

Nachhaltig Kleider sammeln

„trendy hilft Kindern. mach mit“ ist eine Umweltbildungsinitiative der Reclay Group und der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Im Zentrum der Initiative steht ein gemeinnütziges Kleidersammelprojekt, an dem sich Kindergärten, Kitas, Schulen und Vereine beteiligen können. Durch die Teilnahme an trendy lernen die Kinder, dass auch gebrauchte Dinge einen Wert haben. Die Kinder werden so an den wichtigen Gedanken der Nachhaltigkeit herangeführt. Für jeden gefüllten trendy Sack gibt es einen Bonuspunkt, das heißt einen Euro.

www.trendy-initiative.com


Kredite ohne Bank

Kredite für mittelständische Unternehmen soll es nicht mehr nur in konventioneller Weise von den Hausbanken geben, sondern künftig auch auf einem digitalen Marktplatz. Das ist das Konzept von Dr. Christian Grobe, einem der Gründer und Geschäftsführer von Zencap. Der von Rocket Internet gestartete digitale Kreditmarktplatz ermöglicht über ein Crowdlending-Modell kleinen und mittleren Unternehmen eine unbürokratische und schnelle Kreditfinanzierung. Als Mittler bringt Zencap Unternehmer und private Anleger ohne Umwege zusammen und schafft damit eine neue finanzielle Handlungsfreiheit für den Mittelstand. Um einen Kredit bei dem Berliner Start-up-Unternehmen zu beantragen, müssen Firmen im Handelsregister eingetragen sein und seit mehr als zwei Jahren bestehen.

www.rocket-internet.de


Markenschutz bei neuen Domains nicht verschlafen

Das Internet wird in den nächsten Jahren deutlich vielfältiger mit über 1.000 neuen Domain-Endungen. Seit Jahresanfang ist die Domain-Endung .berlin verfügbar, .training und .management können bereits heute registriert werden. Unternehmen können dann Domains wie firmenname.berlin, firmenname.training und firmenname.management kaufen. Damit gewinnen auch der Schutz der Marke sowie eine bevorrechtigte Registrierungsmöglichkeit der Marke unter den neuen Domain-Endungen erheblich an Bedeutung. Bevorrechtigt vor „Jedermann“ dürfen Markeninhaber nur registrieren, wenn sie zuvor ihre Marke im Trademark Clearinghouse hinterlegt haben. Neben der bevorrechtigten Registrierung erhalten Markeninhaber zusätzlich Informationen, wenn Dritte versuchen, gleichnamige Domains unter einer der neuen Domain-Endungen zu registrieren. Damit bietet die Hinterlegung der Marke im Trademark Clearinghouse nicht nur ein exklusives Vorrecht zur Domain-Registrierung und mehr Schutz vor unberechtigten Registrierungen, sondern kostet auch nur den Bruchteil des Vorgehens bei Rechteverletzungen durch Dritte.

www.united-domains.de


Was ist die Hauptursache für zu spätes Erscheinen am Arbeitsplatz?


Zeitbombe REACH

Die gesetzlichen Pflichten zur Einhaltung der Chemikalienverordnung REACH haben es in sich. Die GBK GmbH Global Regulatory Compliance, bundesweit eines der führenden Unternehmen im Umgang mit Gefahrgut und Gefahrstoffen, bietet mit dem Compliance Footprint System (cfp®) ein umfassendes Audit an. Mit diesem Tool werden sämtliche REACH-relevanten Prozesse wie die Betriebsorganisation, die Konformität von Sicherheitsdatenblättern und Gefahrstoffetiketten, die Gefahrguttransportabwicklung sowie Klassifizierung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen gecheckt. Vorhandene Lücken werden entdeckt und geschlossen: Die Behörde kann kommen.

www.gbk-ingelheim.de


Studie „Kriminelle Risiken im Mittelstand – Gefahren, Schäden und Prävention“

Der Mittelstand rückt stärker in den Fokus von Wirtschaftskriminellen. Schätzungen zufolge dürfte sich der Schaden durch Diebstahl, Industriespionage, Erpressung und andere kriminelle Handlungen auf mehr als 20 Milliarden Euro summieren. Viele Unternehmen sind sich der Risiken bewusst, ohne jedoch konkrete Abwehrmaßnahmen zu ergreifen. Eine aktuelle Studie der Result Group GmbH aus Seeshaupt bei München analysiert die Gefahren und gibt Anregungen zu Präventionsmaßnahmen. Studie anfordern unter:

www.result-group.com


Mit Geschäftsbezeichnung

Der bloße Name reicht nicht: Wer ein Gewerbe betreibt oder als Freiberufler tätig ist, muss auch mit seiner Geschäftsbezeichnung kostenlos im Teilnehmerverzeichnis der Telekom Das Telefonbuch und seiner Internetausgabe www.dastelefonbuch.de eintragen werden. Das entschied der BGH (Urteile vom 17.4.2014, Aktenzeichen III ZR 87/13, III ZR 182/13 und III ZR 201/13).

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BVMW-Veranstaltungskalender

Der BVMW veranstaltet eine Vielzahl erstklassiger Veranstaltungen in den kommenden Monaten auf Bundesebene und in den Regionen vor Ort. Unternehmer und Unternehmerinnen sind herzlich eingeladen, sich zu informieren, Netzwerke zu spannen, sich einzubringen und sich unterhalten zu lassen. Eine Auswahl wichtiger Veranstaltungen finden Sie hier.

Baden-Württemberg

Die Werte des Unternehmers
Dienstag, 17. Juni 2014, 18.30 Uhr
Hotel Krauthof
Beihinger Str. 27, 71642 Ludwigsburg

Mittelstand und Große
Koalition – (K)Eine Liebesehe
Mittwoch, 18. Juni 2014, 18.30 Uhr
Kongresshotel Europe
Siemensstr. 26, 70469 Stuttgart

Meeting Mittelstand Fachkräftepotential
Montag, 7. Juli 2014, 19.00 Uhr
Mehrgenerationen- und Bürgerhaus
Weilstr. 8, 73734 Esslingen am Neckar

 

Bayern

Zukunft.Mittelstand:
Potenziale nutzen – Risiken minimieren
Donnerstag, 24. Juli 2014, 17.30 Uhr
WIKA Alexander Wiegand SE & Co. KG
Alexander-Wiegand-Str. 30, 63911 Klingenberg

Roadshow – Wo wir sind, ist vorne!
Dienstag, 24. Juni 2014, 17.30 Uhr
Leonardo Royal Hotel München
Moosacher Str. 90, 80809 München

 

Berlin

BVMW / IWR Politik - und Wirtschaftstalkrunde
Dienstag, 17. Juni 2014, 18.00 Uhr
Commerzbank AG
Potsdamer Str. 125, 10783 Berlin

 

Niedersachsen

Roadshow – Wo wir sind, ist vorne!
Mittwoch, 18. Juni 2014, 17.30 Uhr
Groß-Buchholzer Bauernhof
Groß-Buchholzer-Str. 9, 30655 Hannover

BVMW Benefiz-Golfcup
Samstag, 21. Juni 2014, 14.00 Uhr
Golf Club Verden
Holtumer Str. 24, 27283 Verden

Zukunft.Mittelstand: Potenziale nutzen – Risiken minimieren
Donnerstag, 10. Juli 2014, 17.30 Uhr
SIEVERS-SNC Computer & Software GmbH & Co. KG
Hans-Wunderlich-Str. 8, 49078 Osnabrück

Nordrhein-Westfalen

Roadshow – Wo wir sind, ist vorne!
Dienstag, 17. Juni 2014, 17.30 Uhr
Ehemalige Schraubenfabrik – Boui Boui Bilk
Suibertusstr. 149, 40223 Düsseldorf

Zukunft. Mittelstand: Potenziale nutzen – Risiken minimieren
Dienstag, 24. Juni 2014, 17.30 Uhr
TÜV Rheinland Köln
Am Grauen Stein, 51105 Köln

FRÜHschicht
Donnerstag, 26. Juni 2014, 08.15 Uhr
„Heiner‘s“ im Nordsternpark
Am Bugapark 1d, 45899 Gelsenkirchen-Horst

 

Sachsen-Anhalt

Hinter die Kulissen von Radio SAW geschaut
Donnerstag, 10. Juli 2014, 17.00 Uhr
Radio SAW
Hansapark 1, 39116 Magdeburg

Benefiz-Fußballspiel Presse gegen Mittelstand
Samstag, 12. Juli 2014, 16.00 Uhr
Sportplatz
06712 Gutenborn, OT Ossig

Weitere zahlreiche Veranstaltungen werden unter www.bvmw.de angekündigt. In der Rubrik „Standorte“ können die Veranstaltungskalender der jeweiligen Regionen abgerufen werden. Termine für die Veranstaltungen Forum Führung finden Sie auf nebenstehender Seite.

Wie Ausbildungsabbruch zu vermeiden ist

Senioren ebnen jungen Menschen den Weg in die berufliche Zukunft

Erfahrene Ruheständler sollen verhindern, dass Auszubildende vorschnell die Flinte ins Korn werfen und aufgeben. Sie helfen als Senior Experten dem Nachwuchs, die Probleme in der Lehrzeit zu bewältigen. Ein Projekt, bei dem alle gewinnen können.



Respekt ist eines der Schlüsselwörter und die Grundlage der Zusammenarbeit.

Es ist Donnerstag, der Tag in der Woche, an dem sich die 20-jährige Nicole Hartmann* wieder mit ihrem Ausbildungsbegleiter Walter Münch* treffen wird. Die junge Frau ist frustriert, weil in ihrer Ausbildung gerade einiges aus dem Ruder läuft. Ihre berufliche Zukunft steht auf dem Spiel, sie muss ihrem Ausbilder endlich zeigen, was sie kann – und vor allem was sie will. Gutes Zureden ihres Vorgesetzten und der Kollegen hat sie bislang davor bewahrt, ihre Ausbildung zur Büroassistentin vorzeitig abzubrechen. „Die Momente häufen sich, an denen ich einfach alles hinschmeißen möchte“, sagt Nicole Hartmann, „Ich habe mir das Berufsleben irgendwie anders vorgestellt.“

Sie gehört zu jenen jungen Erwachsenen, die zusätzliche praktische Hilfe und persönliche Zuwendung benötigen, um den Anforderungen einer betrieblichen Ausbildung gewachsen zu sein. Es mangelt ihr nicht nur an Fachwissen und Allgemeinbildung, sondern auch an sozialer Kompetenz. Ihr Chef will Nicole trotz aller Vorbehalte eine Chance geben – und ist bei der Suche nach Unterstützung für seine Auszubildende auf den Senior Experten Service (SES) gestoßen. Ein Glücksfall, wie er betont.

Verantwortung im Ehrenamt

Walter Münch, 69 Jahre alt und ehemaliger Ingenieur, hat sich schon in seiner aktiven Berufszeit um die Lehrlinge seines Unternehmens gekümmert. Für ihn war klar, dass er auch im Ruhestand sein Wissen weitergeben wird. Seit vier Jahren arbeitet er ehrenamtlich beim SES in Hamburg. Der agile Rentner begleitet Jugendliche, die sich mit den Lehr- und Lernbedingungen im beruflichen und schulischen Umfeld schwer tun. „Ich engagiere mich für ein konkretes Ziel: Ich möchte den Auszubildenden eine Perspektive aufzeigen und ihnen helfen, die eigenen Grenzen zu überwinden“, sagt er. Bislang hat Münch zwölf Azubis bis zur Prüfung begleitet. Und es macht ihn stolz, wenn seine Arbeit fruchtet: „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich einen Beitrag dazu leisten kann, jungen Menschen den Weg in ihre berufliche Zukunft zu ebnen.“

Den Senior Experten Service mit Hauptsitz in Bonn gibt es bereits seit mehr als dreißig Jahren. Mit seinen vierzehn Büros in Deutschland ist der SES führend in der Vermittlung von Fach- und Führungskräften im Ruhestand. Kleine und mittlere Unternehmen, Verwaltungen, öffentliche Einrichtungen und internationale Organisationen werden von erfahrenen SES-Kräften weltweit unterstützt. Mal für sechs Wochen, mal für ein halbes Jahr. Mittlerweile kann der SES auf über 30 000 Einsätze in 160 Ländern zurückblicken.

Jeder fünfte Azubi bricht ab

Seit 2008 gibt es zudem VerA, eine Initiative des SES und der Spitzenverbände der Industrie und des Handwerks, die ebenfalls Auszubildende und erfahrene Senioren zusammenbringt. Die Ruheständler begleiten ihre Schützlinge zwölf Monate lang und bemühen sich vor allem, Ausbildungsabbrüche zu verhindern. Gefördert wird diese Initiative vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Denn für die deutsche Wirtschaft ist die Ausbildungssituation zu einem gravierenden Problem geworden. Jeder fünfte Auszubildende bricht bereits im ersten Jahr seine Ausbildung ab oder erwägt einen Abbruch. Hunderte von Senior-Experten und -Expertinnen sind deshalb im gesamten Bundesgebiet unterwegs, stellen sich auf die Sorgen der Auszubildenden und der Arbeitgeber ein, sind Vermittler bei Konflikten zwischen Azubis und Ausbildern oder Berufsschulen. Dabei geht es vor allem darum, Berufseinsteigern Disziplin und Verlässlichkeit zu vermitteln.

„Bevor ich mich mit einem jungen Tandempartner an die Arbeit mache, stelle ich klar, dass es Regeln gibt, an die er oder sie sich zu halten hat“, erläutert Walter Münch, „werden diese Regeln nicht beachtet, breche ich die Begleitung ab.“ Respekt ist eines der Schlüsselwörter und die Grundlage der Zusammenarbeit.

Dankbar für erfolgreiche Abschlüsse

Allein 2013 sind beim Senior Experten Service 1106 Begleitungen angelaufen, 758 konnten aus den Jahren zuvor weitergeführt werden. Für die Geschäftsführerin des SES, Dr. Susanne Nonnen, ein großer Erfolg. Zeigt es doch deutlich, dass sich das Engagement der vielen ehrenamtlichen Experten lohnt, und die Nachfrage nach ihnen wächst. Ein Signal in die richtige Richtung zur richtigen Zeit. Und eine Win-win-Situation für alle: Die Jungen schätzen die Erfahrung und Zuwendung der Älteren und sind dankbar für erfolgreiche Abschlüsse, die Senioren schätzen es, gebraucht zu werden, und die Arbeitgeber sind froh, wenn ihre Nachwuchskräfte über die Hürden der Ausbildung kommen und dann als Fachkräfte die Belegschaft verstärken.

Jeder, der an solcher ehrenamtlichen Ausbildungsbegleitungen interessiert ist, kann sich an die deutschlandweiten Büros von VerA wenden oder sich unkompliziert im Internet informieren. Anfragen von Unternehmen, Ausbildern, Berufsschulen oder den Azubis selbst werden selbstverständlich diskret behandelt. Für Nicole Hartmann war die Diskretion eine Voraussetzung, sich mit Walter Münch zu treffen: „Am Anfang habe ich mich geschämt, dass ich mir von einem Rentner sagen lassen soll, wo es lang geht. Heute bin ich unendlich dankbar, dass es Herrn Münch gibt.“

Weitere Infos unter: www.vera.ses-bonn.de

* Namen geändert

Eugenio Marongiu - Fotolia.com

Fördermöglichkeiten für KMU

Wer sich um die Fachkräftesicherung im eigenen Unternehmen sorgt, sollte nicht nur passiv auf die nächste Generation Auszubildender hoffen. Unternehmen können in der Aus- und Weiterbildung selber aktiv werden. Der Bund unterstützt sie dabei, zumeist in bestimmten Branchen und zielgruppenspezifisch. Ein Überblick.

Vom Schiffsjungen zum Binnenschiffer

Auch den deutschen Binnenschiffern droht der Fachkräftemangel. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gewährt Zuschüsse zu den Ausbildungsplatzkosten an Bord von Binnenschiffen zur Ausbildung zum staatlich anerkannten Binnenschiffer. Das geförderte Unternehmen muss einen Lehrvertrag mit dem Auszubildenden abschließen. Der Bund schießt maximal 25.564 Euro für die Dauer der dreijährigen Ausbildungszeit zu.

Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS)Tel. 0251. 2708-0 www.ast-west.gdws.wsv.de

 

Fortbildung im Güterkraftverkehr

Zahlreiche Unternehmen im Güterkraftverkehr sind mittelständisch geprägt. Um die Fachkräftesicherung in dieser Branche zu unterstützen, fördert der Bund die Aus- und Weiterbildung sowie die Qualifizierung von Beschäftigten. Mitarbeiter können sich als Berufskraftfahrer, Gabelstaplerführer, Fuhrparkdisponenten oder Gefahrgutbeauftragte qualifizieren.

Bundesamt für Güterverkehr (BAG) Tel. 0221. 5776-0 www.bag.bund.de

 

Ältere Mitarbeiter weiterbilden

Ältere oder gering qualifizierte Arbeitnehmer in kleinen und mittleren Unternehmen, die bereits im Beschäftigungsverhältnis stehen, können inner- oder außerbetrieblich unter Fortzahlung des Arbeitsentgeltes weitergebildet werden. Arbeitgeber erhalten einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt und eine Pauschale zu den Sozialversicherungsbeiträgen. Der Zuschuss wird für den Zeitraum gezahlt, in dem die Arbeitnehmer wegen der Teilnahme an der Weiterbildung keine Arbeitsleistungen erbringen können.

Bundesagentur für Arbeit (BA) Tel. 0911. 179-0 www.arbeitsagentur.de

 

Web 2.0 in der Aus- und Weiterbildung

Ob im produzierenden Gewerbe oder in der Dienstleistung – digitale Medien bestimmen Produktionsablauf, Logistik und Marketing in jedem Unternehmen. Zugleich sinkt die Halbwertszeit anwenderorientierten Wissens stetig. Um Mitarbeiter fit zu halten für die digitalen Herausforderungen des Arbeitsalltags, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen: Berufskraftfahrer können zum Beispiel mit mobilen Geräten ihrer verpflichtenden Weiterbildung auch von unterwegs nachkommen, Elektro- und Informationsfachtechniker werden im Bereich intelligente Gebäudetechnik geschult, und Baumaschinenführer können im Simulator weitergebildet werden.

Ansprechpartner für alle Branchen: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) Tel. 0228. 3821-144 www.dlr.de

 

Spannende weitere aktuelle Förderungsmöglichkeiten in der jeweiligen Region sind auch über die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu finden:

www.foerderdatenbank.de

Foto: Trueffelpix - Fotolia.com

Unnötiges Tool oder unternehmerisches Handwerkszeug?

Organisationsaufstellungen

Vielen Menschen und besonders bodenständigen Unternehmern sind Organisationsaufstellungen häufig unbekannt. Und wenn doch, dann haftet diesem Tool, wie Berater es nennen, der Ruf an, etwas Merkwürdiges zu sein.

Wobei hilft eine Organisationsaufstellung?

Die Organisationsaufstellung ist, vereinfacht ausgedrückt, eine Methode, innere Strukturen von Betrieben und das Beziehungsgefüge der Mitarbeiter deutlich zu machen. Unternehmenssysteme lassen sich mit einem Spinnennetz vergleichen (siehe Horn und Brick in ihrem Buch „Das verborgene Netzwerk der Macht“): Wenn man es nur an einer Stelle berührt, bewegt sich das Ganze. Und so wie die Fliege das Netz, das ihrem Flug ein Ende setzt, nicht sieht, können sich auch Unternehmer in für sie nicht erkennbare Fallen verstricken. Das unsichtbare Netzwerk eines Unternehmens, sozusagen das inoffizielle Organigramm, ist mächtiger als jede Entscheidung eines Einzelnen, so auch des Betriebsleiters.

Wie funktioniert eine Organisationsaufstellung?

Mit einer Aufstellung wird ein räumliches Bild eines Unternehmens oder eines Teams abgebildet, das sich aus einem Problem oder einer Fragestellung ergibt.

Themen können zum Beispiel sein:

  • das Verhältnis Vorgesetzter und Mitarbeiter
  • Konflikte in einem Team
  • Hilfe für eine sichere Entscheidungsfindung
  • Zufriedenheit von Kunden verbessern
  • den eigenen Führungsstil reflektieren und verbessern
  • Fusionen/Entwicklungsperspektiven einer Firma ausloten
  • Personalentscheidungen überprüfen
  • verstrickte Arbeitsbeziehungen lösen

Zunächst klären Klient und Coach das Thema für die Aufstellung ab. Es könnte zum Beispiel lauten: Wie kann eine angestrebte Fusion gut gelingen? Dann werden beteiligte Personen, die für die Fragestellung von Bedeutung sind, vom Klienten ausgewählt und rein intuitiv in einem Raum positioniert. Auf diese Weise werden Beziehungen räumlich abgebildet, und es wird sichtbar, warum etwas funktioniert oder auch nicht funktioniert. Mit Hilfe des Choaches wird eine Ordnung hergestellt. Dabei werden verschiedene Prinzipien berücksichtigt, wie zum Beispiel Würdigung des Alten, Vorrang des Früheren vor dem Späteren, das Recht auf Zugehörigkeit, den Kompetenzvorrang und auch den Ausgleich von Geben und Nehmen als „systemerhaltende Prinzipien“. Der Aufstellungsleiter überprüft die Befindlichkeiten der Stellvertreter regelmäßig und achtet darauf, dass jede Position im Ausgleich ist. So werden Fallstricke für die geplante Fusion schnell deutlich.

In einem Unternehmen gibt es immer auch verborgenes Wissen, das nützen und schaden kann. Dieses Wissen ist eine Art Informationsfeld, das durch eine systematische Aufstellung deutlich werden kann.

Mittlerweile überprüfen Weltfirmen mittels Aufstellungen, wie sich zum Beispiel geplante Strukturveränderungen auf Mitarbeiter auswirken. Auch Unternehmer im Mittelstand, die mit der Methode in Berührung gekommen sind, haben die Vorteile dieses Werkzeugs längst erkannt.

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Mitarbeiterschulung 2.0

Online lernen: Webinare sind flexibel, effizient und kostengünstig

Der Fachkräftemangel und die Anforderungen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben, sind Themen, die viele Unternehmen tagtäglich und in der längerfristigen Strategieplanung betreffen und vor große Herausforderungen stellen.

Die Weiterqualifizierung von Mitarbeitern ist oftmals ein effizienter Weg, eine offene Position im Unternehmen besetzen zu können. Doch wenn jede Hand im Unternehmen gebraucht wird, wird auch die Organisation einer Mitarbeiterschulung zur Herausforderung.

Weiterhin bahnen sich junge Berufseinsteiger ihren Weg in die Unternehmen. Sie sind gut ausgebildet und wissen die Macht der Demografie hinter sich. Sie haben ein genaues Bild von ihrem zukünftigen Arbeitsplatz; Weiterbildung und Förderung im Unternehmen werden als Selbstverständlichkeit angesehen.



Auch Bildungsträger müssen neue Wege gehen.

Nicole Berger

Diese neue Mitarbeitergeneration, der Fachkräftemangel und die Bedürfnisse globaler Märkte erfordern im Zeitalter der Mobilität flexible Lösungen, auch in der Mitarbeiterschulung.

Um die Unternehmen in diesem Balanceakt zu unterstützen, müssen auch Bildungsträger neue Wege gehen. Flexibel und effizient ist das Lernen im Internet, beispielsweise in virtuellen Räumen. Einige Bildungsinstitute bieten bereits seit Jahren Lösungen an, bei denen sich die Teilnehmer an Seminaren online einwählen können.

Die ausgesprochen positiven Effekte von Onlinelösungen liegen auf der Hand: Seminare können beispielsweise zeitlich abgestimmt werden, da Teilnehmer auch problemlos auf der Geschäftsreise, aus dem Homeoffice oder aus verschiedenen Städten teilnehmen können. Hierzu ist lediglich eine stabile Internetverbindung notwendig. So werden Seminar- und Reisekosten gespart, und die Anreise entfällt.

Das Angebot der Online-Lernformen ist nahezu unüberschaubar groß. Es gilt also, genau zu prüfen, welches System zum Unternehmen passt, und welchen Zweck das eingesetzte Tool erfüllen soll.

So sind Webinare gut für Vorträge und Überblicksinformationen oder eigene Wissensvertiefung in Stillarbeit geeignet, während virtuelle Liveunterricht-Lösungen ideal sind, um auch schwierigere Themen und Projekte gemeinsam und in Echtzeit zu bearbeiten. Wichtig ist, dass man sich mit dem Lerntool nicht nur via Chatfunktion verständigen kann. Denn für eine Verständigung ohne Zeitverzögerung ist es erforderlich, sich gegenseitig hören und auch selbst jederzeit sprechen zu können, um sich an der Diskussion zu beteiligen oder Fragen zu stellen. Besonders, wenn die Komplexität der Themen steigt oder lebendige Gesprächsrunden gefragt sind. Mit interaktiven Plattformen ist es auch möglich, die erarbeiteten Ergebnisse zu präsentieren oder sofort an alle Teilnehmer zu verschicken.

Das Institut für Berufliche Bildung

Gegründet wurde das Institut für Berufliche Bildung im Jahr 1984. Es gehört heute zu den größten privaten Bildungsträgern Deutschlands. Bereits 1996 ist das Unternehmen als erster überregionaler Bildungsanbieter in Deutschland nach DIN EN ISO 9001 ff. zertifiziert worden. Seit sechs Jahren betreibt das IBB seine Virtuelle Online Akademie „VIONA®“, in deren Zentrum der Live-Unterricht in virtuellen Klassenräumen steht.

 

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business academy

Maßgeschneiderte Weiterbildung aus Baden-Württemberg

Webinare, Livevorträge und Kurzkurse können real stattfinden und zuhause oder im Büro am eigenen Computer mitverfolgt werden. Als Ausrüstung genügt ein Headset mit integriertem Mikrofon. Zu den führenden Anbietern bundesweit zählt die VHS Böblingen-Sindelfingen, eine der größten in Baden-Württemberg und Mitglied im BVMW. Unter dem Titel „business academy“ bietet die VHS inzwischen rund 1.000 Einheiten Webinar für professionelle Fortbildung an, die die Volkshochschule als Dienstleister auch für dritte Institutionen und Unternehmen realisiert. Direktor Dr. Christian Fiebig: „Gerade für kleinere und mittlere Firmen ist dieses Format ideal, da die Mitarbeiter die in der Regel kurzen Einheiten ohne logistischen Aufwand absolvieren können.“ Die Dozenten kommen aus der Praxis und von Universitäten. Je nach Bedarf können Weiterbildungsmaßnahmen auf Firmen individuell zugeschnitten werden. Die Themen reichen von Allgemeinwissen über Management bis zu Gesundheit. Mitglieder des BVMW erhalten Sonderkonditionen.

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Vielfalt schafft Vorteile

Frauenförderung in mittelständischen Unternehmen

Das Projekt „fame Frauen – Aufstieg – Migration – Erfolg“ unterstützt kleine und mittlere Unternehmen, die Potenziale ihrer Belegschaft zu erkennen und zu nutzen. Neben der Unternehmensberatung werden durch fame besonders Mitarbeiterinnen internationaler Herkunft mittels Coaching, Mentoring und Workshops darin gestärkt, ihre Fähigkeiten zu erkennen und optimal im Unternehmen einzubringen.

Ein Praxisbeispiel: Katja Stiegert, seit 2001 Angestellte eines Unternehmens für wissenschaftlichen Gerätebau, ist der Liebe wegen von Bulgarien nach Deutschland gezogen. Im Familienbetrieb wurde sie als Fachkraft offen empfangen, obwohl sie branchenfremd war. Als Frau sei es jedoch teilweise schwierig gewesen, sich in einer Männerdomäne zu behaupten. Auch auf der sprachlichen Ebene gab es anfangs einige Schwierigkeiten: „Man fühlt sich zu Beginn schon schwächer in der Kommunikation“. Seit Anfang dieses Jahres nimmt Stiegert am Projekt fame teil. Sie berichtet zufrieden von Workshops zu den Themen Projektmanagement und Führungskompetenz, die sie gemeinsam mit weiteren Frauen besucht hat. Außerdem nutzt sie das Coaching- und Mentoringangebot von fame und durch das Unternehmen finanzierte Weiterbildungen. Sie qualifizierte sich durch Sprachkurse und Lehrgänge zur Selbstpräsentation und für die Stimme weiter. „Seitdem bin ich offener und habe mehr Selbstbewusstsein“, berichtet Stiegert. So wurde sie vor kurzem zur Teamleiterin des Vertriebs ernannt. Die Eigentümerin des Unternehmens mit knapp 40 Prozent Frauenanteil sieht in der Förderung von Frauen mit internationaler Herkunft einen entscheidenden Faktor, um langfristig den Erfolg des Unternehmens zu heben: Vielfalt schafft Vorteile.

Das Projekt fame, gefördert von der Bundesinitiative „Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft“ und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie dem europäischen Sozialfonds finanziert, steht für Praxisnähe und konkrete Anwendbarkeit. Die Inhalte lassen sich einfach in den Unternehmensalltag übertragen, und gleichzeitig öffnen sich neue Perspektiven.

Mehr zum Projekt unter:

www.ziz-berlin.de/fame

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Schule muss nicht ständig neu erfunden werden

Der Rektor der Berliner Friedrich-Bergius-Sekundarschule Michael Rudolph im Gespräch mit Der Mittelstand.

Michael Rudolph, Schulleiter der Friedrich Bergius Schule.

Friedrich-Bergius-Schule

Berlin-Friedenau
Integrierte Sekundarschule
440 Schüler

Leitbild

Leistung fordern – Sozialverhalten fördern – Berufsfähigkeit erreichen. Jeder kommt ans Ziel.

Der Mittelstand.: Vor ein paar Jahren wollte der Berliner Senat die Friedrich-Bergius-Schule schließen. Die Schule hatte einen schlechten Ruf, und es gab immer weniger Anmeldungen. Dann haben Sie die Schule als Schulleiter übernommen. Was hat sich seitdem geändert?

Michael Rudolph: Im Jahr 2005 meldeten sich für 116 Plätze nur noch 38 Schüler an. Für das Schuljahr 2014/15 haben wir 132 Bewerbungen für 100 Plätze. Um das zu erreichen, gab es zahlreiche Veränderungen. Dazu zählt die Entwicklung eines Leitbildes. Wir haben klare Erziehungsregeln, die wir konsequent umsetzen. Das heißt, das Kollegium muss mitziehen und bei Verstößen einheitlich vorgehen, damit die Regeln greifen. Es gab Veränderungen bei der Personalführung und Personalentwicklung, die eine stärkere Verantwortung der Kolleginnen und Kollegen bedeuten.Es geht aber nicht nur um das Einhalten von Regeln, sondern auch um die Entwicklung einer Lobkultur, eine aktive Außendarstellung und um die Vernetzung hier im Bezirk Friedenau.

Wenn Sie von klaren Regeln sprechen, was heißt das konkret?

Eine Verspätung von zehn Sekunden ist bereits eine Verspätung, ein nicht sofort abgegebener Entschuldigungszettel führt zu einer unentschuldigten Fehlzeit, selbst wenn der Schüler krank im Bett gelegen haben sollte. Dadurch haben wir deutlich weniger Verspätungen und unentschuldigte Fehlzeiten. Auch das Verbot, ein Handy in die Schule mitzubringen, ist eine solche klare Regel.



Wir haben klare Erziehungsregeln, die wir konsequent umsetzen.

Michael Rudolph

Was hat Sie dazu bewogen, die Herausforderung anzunehmen?

Nach 36 Jahren pädagogischer Tätigkeit in sozialen Brennpunktgebieten, bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass Schule nicht ständig neu erfunden werden muss. Ich habe vielmehr feststellen können, dass die Anwendung erprobter und bewährter pädagogischer Methoden gerade auch in schwierigen Situationen zu Erfolgen führt.

Schule und Lehrer können viel, aber nicht alles leisten, die Eltern haben den größeren Einfluss auf ihre Kinder. Wie gelingt es Ihnen, die Eltern einzubinden?

Uns ist es ein besonderes Anliegen, die Eltern als Partner in die schulische Arbeit einzubeziehen. Unsere Homepage und der „Bergius Kurier“ informieren regelmäßig und aktuell über das Schulleben. Über Leistungen und Verhalten jedes Schülers werden die Eltern mehrmals im Schuljahr schriftlich informiert. Bei Elternabenden und Elternsprechtagen besteht die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch zwischen Eltern und Lehrern. Bei Bedarf werden kurzfristig Gespräche mit Lehrern oder der Schulleitung verabredet.

In Berlin insgesamt steigt die Zahl der Schulschwänzer kontinuierlich. Wie sollte der Senat dagegen vorgehen?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Anzahl der Schulschwänzer an unserer Schule deutlich gesenkt werden konnte, indem wir sofort reagieren, auch schon bei geringsten Fehlzeiten oder Verspätungen. Es muss klare Regeln geben, Schüler müssen noch vor dem Unterricht von den Eltern telefonisch krank gemeldet werden. In schwierigen Fällen müssen Gespräche mit den Eltern stattfinden. Wenn das alles nicht hilft, dann gibt es auch noch die Möglichkeit, Bußgeld bis zu 2500 Euro zu verhängen.

Es bestehen Kooperationsbeziehungen zu zahlreichen Unternehmen. Wie bereiten Sie die Schüler auf das Berufsleben vor?

Es werden regelmäßig dreiwöchige Schulpraktika in Firmen durchgeführt. Es finden Berufsorientierungswochen mit Besuchen der verschiedenen Innungen statt, die von Modul e. V., dem Berliner Netzwerk für Berufspraxis, organisiert werden. Die Schüler erleben hier die Vielfalt beruflicher Tätigkeiten. Besonders enge Kontakte bestehen zu Unternehmen im Stadtteil über das „Netzwerk Friedenau“. Darüber hinaus gibt es fruchtbare Beziehungen auf Leitungsebene zu einer Reihe von Firmen. Mitarbeiter der Agentur für Arbeit bieten regelmäßig Sprechstunden für Schüler zur Einzelberatung an. Zudem existiert seit Jahren eine enge und sehr positive Zusammenarbeit mit der Unternehmungsberatung Brunold & Partner. Unser Fachbereichsleiter für Wirtschaft, Arbeit, Technik ist intern mit dem Aufbau und der Entwicklung von Firmenkontakten beauftragt.

Schule schwänzen: Tendenz steigend

In Deutschland schwänzen nach Schätzungen des Deutschen Lehrerverbands (DL) rund 200.000 Schüler täglich den Unterricht. Laut DL-Präsident Josef Kraus stellt sich das Schulschwänzen statistisch sehr unterschiedlich dar: In Kleinstädten und in kleineren Ortschaften etwa komme es viel seltener vor als in Großstädten, in denen Schulschwänzer sich in der Anonymität verstecken könnten.

 

Foto: Massimo Rodari

Mitarbeiter im besten Alter

Wie Mittelständler Potenziale finden, fördern und binden können

Das Auf und Ab im Arbeitsmarkt – auch getrieben durch den demografischen Wandel – wird immer mehr zur Chance für ältere Arbeitnehmer. Langzeitarbeitslose werden qualifiziert und in Förderprogramme eingebunden und finden häufig in kleinen und mittleren Unternehmen nach Praktika und mit Eingliederungshilfen eine neue Anstellung.

Menschen sind heute biologisch zehn Jahre jünger

Für ein Management mit Weitblick heißt es auf Erfahrung setzen. Mit Anfang fünfzig hat man noch ein Drittel seiner Lebensarbeitszeit vor sich. Das Vertrauen, bezogen auf Leistung und Motivation, zahlen ältere Mitarbeiter zurück mit Erfahrung, Wissen, Kontinuität, Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Loyalität. Eine messbare Größe, die den Unternehmen Planungssicherheit bietet.

Die Generation 50plus erfährt sicherlich am Arbeitsmarkt unterschiedliche Wertschätzung, aber da, wo wir heute schon eine spürbare Verknappung von Ressourcen wahrnehmen, wie im Gesundheitswesen, bei den Ingenieuren und bei den IT-Fachkräften, ja und sogar bei den Beamten, sind die Vorurteile von Personalverantwortlichen merklich zurückgegangen. Im Schnitt sind die heute 50-jährigen biologisch zehn Jahre jünger, sie sind flexibler und mobiler als früher und setzen ihre Vorstellungen über die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben gerne um. Sie akzeptieren flexible Arbeitszeitmodelle und nehmen neue Herausforderungen an.

Wir haben nach wie vor einen Arbeitnehmermarkt, der der Generation 50plus eine große Chance bietet und die Möglichkeit, interessante Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen, denn Kompetenz verliert man nicht im Alter. Ausgeprägte Fach- und Methodenkompetenz sowie gelebte personelle und soziale Kompetenz entscheiden häufig über den Erfolg oder Misserfolg von Projekten. Hier macht sich ein abgeklärter, unaufgeregter Mitarbeiter/Projektmanager mit Weitblick oft bezahlt.

Was macht die Entscheidung für einen neuen Arbeitgeber aus?

Gerade bei älteren Arbeitnehmern ist nicht mehr das Verhandeln über den letzten Euro ausschlaggebend, sondern vielmehr Unternehmenskultur und -werte sowie der Gestaltungsspielraum, insbesondere

  • flexible Arbeitszeitmodelle und altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung
  • variable Rollen neben der Fach- und/oder Führungsfunktion durch Einsätze wie zum Beispiel als Qualitäts-Manager, Mentor, interner Coach
  • betriebliches Gesundheitswesen/Prävention
  • betriebliches Vorschlagswesen/KVP Programme
  • Teilhaben an internen Qualifizierungsprogrammen
  • Mitarbeiter-Bindungsprogramme

In unserer schnelllebigen Zeit ist es wichtig, gerade die Älteren an neue Technologien heranzuführen, damit sie sich wertgeschätzt wissen und in ihren Aufgaben erfolgreich sind. Ein wertschätzender Umgang zwischen Jung und Alt steht für nachhaltige Personalpolitik. Ein Wissenstransfer zwischen Jung und Alt und die Berücksichtigung von Sonderaufgaben in Gehaltsmodellen sind ebenfalls eine Möglichkeit, die Lebenserfahrung der Älteren zu nutzen und zu würdigen. Ihr Know-how kann ein wichtiges Element der Aus- und Weiterbildung werden und ein Baustein für dauerhaftes Wissensmanagement und Nachhaltigkeit im Unternehmen und damit einen großen Wertschöpfungsbeitrag leisten.

Ohne die Älteren sähe mancher Betrieb „alt“ aus, auch ein Grund, weshalb Vorruheständler inzwischen gerne wieder zurück an den Arbeitsplatz geholt werden, auch auf Beraterbasis.

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50Plus: Chance für den Mittelstand

Lebenslanges Lernen zahlt sich für Arbeitnehmer und Arbeitgeber aus

Es mangelt allerorts an gut ausgebildeten Arbeitskräften. Mancher Mittelständler kann Aufträge nur noch mit Mühe erledigen oder muss sie sogar ablehnen. Manche Investition scheitert nicht an der Verweigerung der Banken, die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, sondern an der Gewissheit, dass in den später fertiggestellten Produktionshallen qualifizierte Arbeitskräfte fehlen werden.

Wissen ist Macht

Wissen ist für den deutschen Mittelstand der entscheidende Wettbewerbsvorteil. Schätzungen zufolge verdoppelte sich das Wissen der Menschheit im 18. Jahrhundert alle hundert Jahre. Im 21. Jahrhundert beträgt dieser Zeitraum nur noch fünf Jahre. Und: Die Lebenszyklen von Produkten und Dienstleistungen verkürzen sich ebenso dramatisch. Viele Mitarbeiter – auch jenseits der 50 – sind wissbegierig und lernwillig. Sie wollen sich auf neue Gegebenheiten einstellen und ihren Horizont erweitern. Sie lernen allerdings anders als Jüngere. Darauf müssen sich Unternehmen einstellen. Daher sind spezielle Bildungsträger nötig, die die Bedürfnisse und Anforderungen älterer Arbeitnehmer antizipieren. Lebenslanges Lernen muss endlich als lebensbegleitendes Lernen verstanden werden. Die Idee vom lebensbegleitenden Lernen weitet den bisher eher engen Blickwinkel: Bildung ist nicht zeitlich begrenzt, wird nicht in einer bestimmten Lebensphase begonnen und abgeschlossen. Lebenslanges Lernen tritt an die Stelle von starren Bildungszeiten, die auf begrenzte Lernzeiten wie Schulabschluss, Ausbildung oder Hochschulzeugnis beschränkt sind.

Viele ältere Arbeitnehmer opfern gern auch beträchtliche Teile ihrer Freizeit, um auf dem Laufenden zu bleiben. Im Gegenzug erwarten sie Wertschätzung und Unterstützung des Unternehmens und der Gesellschaft. Dazu gehört auch eine gerechte Verteilung finanzieller Lasten der Fortbildung. Die Unterscheidung zwischen beruflicher und betrieblicher Fortbildung bei der staatlichen Förderung sollte daher ersatzlos entfallen. Alle beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen sollten als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anerkannt werden.

Die Bedürfnisse und Fähigkeiten eines älteren Mitarbeiters zu erkennen, ist eine besondere Herausforderung jeder Führungskraft. Aus der Erkenntnis, dass es sich lohnt, um jeden Einzelnen zu werben und zu kämpfen, erwächst die Notwendigkeit eines zielgruppenorientiertes Employer Branding, das sich vor allem für die mittelständische Wirtschaft auszahlt.

Der Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus) tritt für einen Wandel des Alter(n)sbildes ein. Als Interessenvertretung der agilen Menschen 50Plus ist er beim Deutschen Bundestag registriert. Der BVI50Plus fordert ein Recht auf lebenslanges Lernen und Arbeiten. Bei der Mittelstandsallianz gehört der BVI50Plus zu den Gründungsmitgliedern.

www.bundesverband-initiative-50plus.de

 

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Dynamischer Markt fordert dynamische Fortbildungsangebote

Bildung in der Digitalen Wirtschaft

Als Interessenvertretung engagiert sich der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) auch im Bereich Aus- und Weiterbildung. Damit reagiert der Verband auf ein Problem, das die digitale Wirtschaft in besonderem Maße trifft: den Fachkräftemangel.

Der große Bedarf an qualifizierten Fachkräften wird zum einen bedingt durch die hohen Wachstumsraten der Branche, zum anderen durch die weitere Diversifizierung der Berufsbilder. Um dieser Dynamik gerecht zu werden, unterstützt der BVDW zunächst einen gezielten Austausch zwischen den Hochschulen und den Mitgliedsunternehmen des Verbandes. So finden Praxisthemen Eingang in die Lehrpläne, die auf den tatsächlichen Bedarf der Unternehmen ausgerichtet sind.

Nicht weniger wichtig ist die berufsbegleitende Weiterbildung. Gemeinsam mit Mitgliedsunternehmen und externen Einrichtungen passt der BVDW konkret Fortbildungsangebote an, um auf die dynamische Diversifizierung einzelner Berufsbilder zu reagieren. Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist die aktuell geplante Kooperation mit Google und der Hamburg Media School beziehungsweise der Hochschule Fresenius.

Das „Squared“ genannte Programm richtet sich an High Potentials aus Media-Agenturen, die in einem sechswöchigen Intensivkurs ihre Kompetenzen in den Bereichen Strategie und Planung digitaler Werbekampagnen verbessern können.

Zum Bereich Fortbildung gehört auch die Information der Unternehmen über aktuelle Entwicklungen durch die Abteilung Marktforschung im BVDW. Diese Informationen helfen den Unternehmen, sich rechtzeitig auf neue Entwicklungen im Bereich Personal und Fachkräfte einzustellen.

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. wurde vor 17 Jahren als erster Verband für die Digitale Wirtschaft in Deutschland gegründet. Der BVDW spricht als größter Interessenvertreter mittlerweile für mehr als 600 Unternehmen der Branche. Als Vollverband umfasst er alle Segmente der Digitalen Wirtschaft und fungiert als Bindeglied zwischen der Branche und den wichtigen Akteuren in Politik und Verwaltung in Deutschland und der Europäischen Union.

 

Harald R. Fortmann
BVDW-Vizepräsident,

www.bvdw.org

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Akademikerschwemme und Fachkräftemangel

Deutschlands Bildungssystem gerät aus dem Lot

Der Ansturm auf die Unis gefährdet unser hochgeschätztes duales Ausbildungssystem. Während immer mehr schlecht ausgebildete Akademiker arbeitslos werden, finden Betriebe immer weniger qualifizierte Fachkräfte.



25 Prozent der Studienanfänger beenden ihr Studium ohne Abschluss.

Deutschlands Bildungslandschaft hat sich verändert. Vor rund vierzig Jahren trat die damals führende Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann mit der provokanten These auf, dass wir – das Volk der Dichter und Denker – zu einem Volk der Proletarier würden. Die Allensbacher Demoskopin prognostizierte eine fatale Annäherung an die Unterschichtenmentalität, mit Arbeitsunlust und Ablehnung von Anstrengung und Risiko. Nun schreiben wir das Jahr 2014, und wieder geht ein Aufschrei durchs Land: Ist der Akademikerwahn ausgebrochen? Rund 2,5 Millionen Menschen studieren derzeit an den Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland. Die Hörsäle platzen bundesweit aus allen Nähten, übervölkert von jungen Frauen und Männern, die es nach der Schule ins Studium getrieben hat. Doch 25 Prozent der Studienanfänger – bei den Ingenieurwissenschaften liegt die Quote sogar bei fünfzig Prozent – beenden ihr Studium ohne Abschluss. Gleichzeitig klagen Unternehmen, dass im vergangenen Jahr 4,5 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen werden konnten.

Facharbeiter und Meister gesucht

Häufig sind Eltern der treibende Motor auf dem Weg zur Universität. Ein Studium soll den Kindern ein Leben im Wohlstand sichern. Obwohl das durchschnittliche Einkommen eines Akademikers im Schnitt 62 Prozent höher liegt als das von Berufstätigen mit abgeschlossener Lehre, darf nicht vergessen werden, dass viele Akademiker nicht mehr adäquat beschäftigt werden können, weil die Nachfrage nach bestens qualifizierten Führungskräften begrenzt ist. Denn moderne Betriebe brauchen vor allem gut ausgebildete Techniker, Facharbeiter und Meister. Während das Ausland von unserem dualen Ausbildungssystem in Betrieben und Berufsschulen begeistert ist, geraten heimische Unternehmen immer mehr in die Bredouille, offene Stellen nicht mehr besetzen zu können. Das duale Modell der Berufsausbildung droht deshalb zusammenzubrechen, mit unabsehbaren ökonomischen und sozialen Folgen. Die internationale Stärke der deutschen Industrie und ihr Erfolg sind nicht nur der studierten Elite zu verdanken, sondern in gleichem Maße der hervorragenden Kompetenz von Menschen, die ihre Qualifikation in einer Berufsausbildung erworben haben und ihr Wissen über Berufserfahrung und Weiterbildung perfektioniert haben.

Ein gefährlicher Trend

Im September 2013 meldete das Statistische Bundesamt, dass sich die Zahl der Hochschulabsolventen in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt hat. Bei mehr als 400.000 Uni-Abgängern stellt sich zwangsläufig auch die Frage nach der Qualität des Studiums. Möglicherweise hat die Entwicklung auch damit zu tun, dass viele Berufe, für die vormals im dualen System qualifiziert wurde, heute eine Akademisierung erfahren haben. Ein gefährlicher Trend, denn Berufe wie Erzieher, Optiker und Pfleger werden für junge Schulabgänger unattraktiv, wenn die Voraussetzung ein Hochschulabschluss ist. Vielleicht lässt sich der Fachkräftemangel auch mit jenen zwanzig Prozent der jungen Leute decken, die bisher keine berufliche Ausbildung geschafft haben. Möglicherweise müssen die Ausbildungsangebote noch besser formuliert und attraktiver beworben werden, und zwar nicht nur bei den Jugendlichen, sondern auch bei ihren Eltern.

Der Wert einer akademischen Ausbildung und der individuelle Wunsch nach einem hohen Bildungsniveau sollte grundsätzlich nicht in Frage gestellt werden, aber gleichzeitig muss der Wert einer dualen Ausbildung attraktiv gemacht werden. Schon jetzt ist absehbar, dass die Grenzen zwischen theorieorientiertem Studium und einer praxisorientierten Ausbildung fließend sind, darauf müssen sich Hochschulen und Ausbildungsbetriebe langfristig einstellen. Es wäre deshalb wünschenswert, wenn endlich mit der Vorstellung aufgeräumt werden würde, dass mit der akademischen Bildung automatisch ein höherer sozialer Status erreicht werden kann. Vierzig Jahre nach Elisabeth Noelle-Neumanns „Unterschichten“-Furcht wächst jetzt die Angst vor einem akademischen Proletariat.

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Zukunft. Mittelstand

Nachhaltige Unternehmensführung als Erfolgsfaktor



Die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten, die zu fairen und umweltfreundlichen Konditionen hergestellt werden, steigt.

Der Begriff der Nachhaltigkeit zieht sich durch wissenschaftliche Diskurse, politische Debatten und Produktbeschreibungen. Privatpersonen nehmen ihn heutzutage häufig als inhaltsleeres Plastikwort wahr, das alles und nichts bedeuten kann. Grund dafür sind uneinheitliche Definitionen, die Raum für Interpretationen und vielseitige Verwendung lassen.

Das ursprüngliche Prinzip der Nachhaltigkeit wurde bereits vor etwa 300 Jahren in der Forstwirtschaft formuliert. Es bezeichnete damals ein Konzept, bei dem immer nur so viel Holz geschlagen werden durfte, wie durch Aufforstung nachwachsen kann.

Populär wurde die Bezeichnung der nachhaltigen Entwicklung in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Eine Studie des Club of Rome aus den 70er Jahren schürte das Bewusstsein für die Endlichkeit des Wachstums und für die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit, bei der die Bedürfnisse der heutigen Generation berücksichtigt und die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden dürfen.

Für eine nachhaltige Unternehmensführung bedeutet das, dass neben ökonomischen auch ökologische und soziale Kennzahlen berücksichtigt und gesteigert werden sollen. Dabei werden alle erdenklichen Bereiche des Unternehmens einbezogen und analysiert. Gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne binden Fachkräfte und fördern die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber. Ein effizientes Energiemanagement vermeidet Verbrauchsspitzen, spart bares Geld und schont die Umwelt. Die Nachfrage der Kunden nach nachhaltigen Produkten, die zu fairen und umweltfreundlichen Konditionen hergestellt werden, steigt. Die Umstellung auf Zulieferer aus dem In- und Ausland, die ebenfalls Standards der Nachhaltigkeit erfüllen, verbessert das Image und reduziert die Wahrscheinlichkeit von Lieferengpässen.

Nachhaltige Unternehmensführung bedeutet auch Risikomanagement und Prävention. Notfallpläne und Sicherheitsleitlinien ermöglichen eine schnelle Reaktion auf externe Ereignisse, wie den Ausfall von Kommunikationsanbindungen oder die Wiederherstellung des Geschäftsbetriebs zum Beispiel nach Naturkatastrophen. Um nachhaltige Unternehmensführung in ihrer Gänze zu erfassen und passende Maßnahmen für das eigene Unternehmen zu entwickeln, sind Mittelständler auf externe Informationen angewiesen.

Gemeinsam für eine sichere Zukunft:

Der BVMW und der TÜV Rheinland kooperieren bei der gemeinsamen Ausrichtung eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Zukunft.Mittelstand – Potenziale nutzen, Risiken minimieren“. Auf insgesamt vier Informationsveranstaltungen werden Führungskräfte aus dem Mittelstand für die ökonomische Wichtigkeit von nachhaltiger Unternehmensführung sensibilisiert.

Zukunft. Mittelstand
Veranstaltungen finden in Köln, Osnabrück, Leipzig und Aschaffenburg statt; siehe Termine Roadshow im Veranstaltungskalender

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Geld-zurück-Garantie

Wie man Mitarbeiter nach Fortbildungen bindet

Wer in die Fortbildung von Mitarbeitern investiert, will sicherstellen, dass sich das Investment durch einen möglichst langen Verbleib im Unternehmen auszahlt. Hierzu werden in Fortbildungsverträgen gerne Rückzahlungsklauseln eingefügt. Sind diese jedoch nicht angemessen, scheitern sie an der AGB-Kontrolle des Bundesarbeitsgerichts.

Um den Arbeitnehmer nach Abschluss der Aus- oder Fortbildung an den Arbeitgeber zu binden, werden häufig Rückzahlungsklauseln vereinbart. Danach verpflichtet sich der Arbeitnehmer, dem Arbeitgeber die Fortbildungskosten zu erstatten, wenn er innerhalb einer gewissen Frist aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet. Für Arbeitsverhältnisse kann im Gegensatz zu Berufsausbildungsverhältnissen grundsätzlich eine solche Verpflichtung vereinbart werden. Die Klauseln dürfen jedoch nicht überraschend oder mehrdeutig, sondern müssen klar, transparent und angemessen sein.

Problematisch ist dabei regelmäßig die Festlegung einer angemessenen Bindungsdauer. Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Angemessenheit nach der Dauer der Fortbildung, der Höhe der Arbeitgeberaufwendungen, den Zeiten der bezahlten Freistellung und nach dem Ausmaß der Vorteile, die dem Arbeitnehmer durch die Fortbildung zufließen. Hierzu hat sich mittlerweile folgende Staffel herausgebildet: Bei einer Fortbildungsdauer von bis zu einem Monat ist die Bindung des Arbeitnehmers für eine Zeit von bis zu sechs Monaten gerechtfertigt, bei einer Fortbildung von zwei Monaten entsprechend bis zu zwölf Monaten. Bei Fortbildungen von drei bis vier Monaten darf die Bindung bis zu 24 Monate dauern. Zwischen sechs Monaten und einem Jahr darf die Bindung jedenfalls nicht länger als drei Jahre andauern. Dauert die Fortbildung mehr als zwei Jahre, so ist theoretisch eine Höchstbindung von bis zu fünf Jahren denkbar. Hier ist zu beachten, dass eine zu lange Bindungsfrist durch die Gerichte nicht auf das zulässige Maß reduziert wird, sondern insgesamt unwirksam ist.

Weiterhin muss eine Unterscheidung nach dem Grund des vorzeitigen Ausscheidens getroffen werden. Beispielsweise darf im Falle einer betriebsbedingten Kündigung des Arbeitgebers oder in sonstigen Fällen, die nicht auf vertragswidrigem Verhalten des Arbeitnehmers beruhen, die Rückzahlungsverpflichtung nicht greifen. Die Formulierung einer Rückzahlungsklausel im Fortbildungsvertrag bedarf deshalb einer genauen Prüfung durch einen Experten im Arbeitsrecht. Gleichwohl sollte auf die Aufnahme einer solchen Klausel in einen Fortbildungsvertrag nicht verzichtet werden. Sie kann in gewissen Fällen von lohnsteuerlicher Bedeutung sein.

Die BVMW-IBWF-Rechtshotline erreichen Sie:
Mo bis Fr 10.00 – 17.00 Uhr
Tel.: 030. 533206-963
(bitte beachten Sie die neue Telefonnummer)
Fax: 030. 533206-50
rechtshotline@bvmw.de

 

 

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Alphabet

Was wir lernen, prägt unser Wissen. Wie wir lernen, prägt unser Denken.

Der Film endet, wie er begonnen hat. Minutenlang blickt der Zuschauer in die unendliche Weite und Dürre des „Death Valley“ (deutsch: Tal des Todes). Bis plötzlich Aufnahmen eingeblendet werden, die der Zuschauer erst am Ende zu sehen bekommt: Es regnet, und das Tal, wo sonst kaum Leben möglich ist, erstrahlt in einer Blütenpracht.

Mächtig an Bildern, Einzelschicksalen, Extrembeispielen und wortgewaltig zeigt Erwin Wagenhofer auf radikale Weise, wo die Grenzen eines Bildungssystems liegen, das völlig überholt auf Effizienz und Standardisierung fixiert ist. Wagenhofer ist bekannt für seine gesellschaftskritischen Dokumentarfilme. Bereits in „We feed the World“ und „Let’s make Money“ prangerte er die Missstände der Nahrungsmittelindustrie sowie der Finanzwelt an.

„Alphabet“ schickt den Zuschauer auf eine Reise, zunächst in die Schulen Chinas. Dort, wo laut PISA mit die besten Schüler der Welt lernen. Doch chinesische Schüler schlafen am wenigsten, haben am wenigsten Freizeit und den größten Prüfungsdruck, so andere Studien. Sie lernen, wie Maschinen auf Befehl zu funktionieren, ihnen ist eine selbstständige Lebensweise fremd und es fällt ihnen schwer, auf Veränderungen zu reagieren, so der Film. China, ein Bild für die ganze Welt? Die asiatische Lebenswirklichkeit wird zu einem globalen Sinnbild für Missstände in der Bildung weltweit stilisiert. Ein Vergleich der hinkt.

André Stern ist nie zur Schule gegangen. Er hat sich von klein an damit beschäftigt, was ihn interessiert und sich so alles selbst beigebracht. Heute ist der Familienvater Musiker, Gitarrenbauer, Journalist und Autor. Ein Leben in Freiheit, der ideale Bildungsweg? Schnell lässt Wagenhofer diesen Eindruck entstehen. Dabei wissen wir doch alle, dass jeder Mensch andere Rahmenbedingungen zur persönlichen Entwicklung sowie zum Lernen braucht.

Das sind nur zwei der zahlreichen Extrembeispiele im Film, die alle eine Kernaussage eint: Das Bildungssystem macht Kinder zu Verlierern. Das ist dann wohl doch ein bisschen übers Ziel hinaus geschossen. So fehlt es immer wieder an Vergleichen. Kultur und Gesellschaft, Wirtschaftssysteme und Entwicklungsniveau der Länder dieser Welt sind zu unterschiedlich, um verallgemeinernde Aussagen über DAS Bildungssystem treffen zu können.

  • André Stern ist nicht zur Schule gegangen. Heute ist der Musiker ein international gefragter Referent der Bildungslandschaft.

  • No. 42 Mittlere Schule in Shijazhuang City, Provinz Hebei, VR China.

Aber eines zeigt der Film:
Konkurrenz und Leistung, als Prinzipien der Wirtschaft, sind nicht alles, was unser Leben prägen kann. Vor allem Bildung sollte uns helfen, offene Denkmuster zu entwickeln, mit denen wir flexibel, kreativ und lösungsorientiert in unserer schnelllebigen Gesellschaft reagieren können. Das macht uns zu selbstständigen Personen. Und vor diesem Hintergrund kann jeder für sich entscheiden, bis zu welchem Preis er bereit ist, der Leistungsgesellschaft zu folgen. Wir entscheiden, wie unsere Kinder aufwachsen. Dabei dürfen wir nicht vergessen: „Menschen geben ihr Bestes, wenn sie das tun, was sie lieben“, so Sir Ken Robinson, Bildungsexperte und Erziehungswissenschaftler. Und das macht Alphabet allemal sehenswert.

Überall in dieser Welt schlummern Talente, die darauf warten sich entfalten zu können, wie die Millionen Pflanzensamen im Death Valley auf Regen warten.

 

Regisseur Erwin Wagenhofer.

 

Foto: Erwin Wagenhofer: Lukas Beck, Fotos alphabet-Film: Pandorafilm

„Chantal, heul leise!“

Fuck ju Göthe – der erfolgreichste deutsche Film 2013

  • Geht doch: Mit Schillers Räubern fürs Leben lernen.

  • Wird ständig mit neuen Katastrophenmeldungen konfrontiert: Schulleiterin Gudrun Gerster (Katja Riemann).

  • Kleinganove Zeki Müller auf dem Weg zu seinem neuen Arbeitsplatz.

Kleinganove Zeki Müller (Elyas M’Barek) hat die Chance, seinen Hauptschulabschluss im Knast nachzuholen, vergeigt. Die Ansicht der Lehrerin, dass er mit so wenig Allgemeinbildung eine Gefahr für die Öffentlichkeit sei, interessiert Zeki nicht die Bohne. Er pfeift auf diesen Abschluss, denn draußen wartet das große Geld, das er bei einem Banküberfall erbeutet hat.

Dreizehn Monate war Zeki hinter Schloss und Riegel und vor ihm liegt eine sorgenlose Zukunft. Dumm nur, dass seine Vertraute, die Prostituierte Charlie (Jana Pallaske), das Diebesgut ausgerechnet dort vergraben hat, wo inzwischen die Turnhalle einer Schule steht. Zeki muss sich etwas einfallen lassen. Um an den Schatz zu kommen, will er einen sechs Meter langen Tunnel graben. Der kreative Gauner bewirbt sich an der Goethe-Gesamtschule als Hausmeister, wird aber von Schulleiterin Gudrun Gerster (Katja Riemann) als Aushilfslehrer für Sport und Deutsch eingestellt.

Regisseur und Drehbuchautor Bora Dagtekin, der bereits mit „Türkisch für Anfänger“ erfolgreich war, hat mit der Teenager-Komödie Fuck ju Göthe den Film-Coup 2013 gelandet. Obwohl der Film erst im November 2013 in die Kinos kam, wurde es die erfolgreichste deutsche Produktion des Jahres. Über sieben Millionen Zuschauer haben den Film gesehen, und bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises erhielt er die Lola für die Kategorie „Besucherstärkster Film“.

Zugegeben, die Story ist nicht neu, und Paukerfilme gab es in den 60ern und 70ern bis zum Abwinken. Regisseur Dagtekin knüpft an dieses Genre an, sein Film hat jedoch mit der Betulichkeit der damaligen Produktionen nichts gemeinsam. Der Film strotzt wie sein Held vor Kraft und Selbstbewusstsein. Dagtekin dreht gnadenlos auf, setzt mit witzig-pointierten Dialogen auf gröbsten Jugendjargon und erzählt mit einer Leichtigkeit von den Problemen des schulischen Alltags: Aggressivität und Gewaltbereitschaft, Mobbing und Ausgrenzung, Umgang mit Schülern aus bildungsfernen Schichten, gestörte Schüler und überforderte Lehrer. „Wer heute noch Lehrer wird, muss wahnsinnig sein“, sagt Lehrerin Leimbach-Knorr (Uschi Glas) und springt in ihrer Verzweiflung aus dem Fenster. Und anstatt Hilfe zu holen, wird das Ereignis von den Schülern erst einmal mit Smartphones filmisch dokumentiert.

Die 10b ist die schlimmste Klasse der Goethe-Gesamtschule. Hier ist jeder mindestens schon einmal sitzen geblieben. Die Berufsziele der Schüler beschränken sich auf Drogendealer, Hartzer oder Prostituierte, von den Lehrern wurden sie längst aufgegeben. Zeki Müller soll nun ausgerechnet diese Loser unterrichten. Der Schülerabschaum soll einfach nur die Fresse halten, und wenn die Göre Chantal heult, dann soll sie das gefälligst leise tun. Doch Zeki wird von der Klasse genauso getriezt wie seine Vorgänger. Als er sie mit einer Paintball-Kanone zum Unterricht zwingt, wird klar, dass dieser Lehrer durchgeknallter ist als alle Schüler zusammen. Die überkorrekte Referendarin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) ist zutiefst empört über das pädagogisch unsensible Verhalten ihres Kollegen. Sie ahnt, dass Müller gar kein Lehrer ist und stellt ihn vor die Wahl: entweder anständig unterrichten oder sie werde das Geheimnis lüften. Zeki nimmt die Herausforderung an. Freilich bricht er sämtliche Regeln des normalen Unterrichts, aber er weiß, wie seine Schüler ticken, ist nah an ihnen dran, spricht ihre Sprache. Indem Zeki Müller seine Schüler vor dem Absturz rettet und ihnen klarmacht, dass es eine Perspektive gibt, rettet er sich selbst und seine Liebe zu Lisi Schnabelstedt.

In knallbunten Farben, mit überzogenen Charakteren und großartiger Besetzung zeigt Dagtekin, dass es Sinn hat, wenn Lehrer ihre Schüler loben, sie nicht aufgeben und ihnen die Gewissheit geben, dass sie doch noch die Kurve kriegen können. Für Zuschauer unter zwölf Jahren nicht geeignet, für alle anderen jedoch ist dieser unterhaltsame und ungewöhnliche Beitrag zur Bildungsdebatte empfehlenswert.

 

Fotos: Constantinfilm

Buchtipps

Die Rhetorische Kraftkammer
Fitnesstraining für überzeugende Reden

Persönliche Empfehlung von Mario Ohoven

Rhetorik ist weniger eine Frage des Talents als des richtigen Trainings, meint Martin Dall in seinem jüngsten Buch „Die Rhetorische Kraftkammer“. Jeder kann mit der richtigen Anleitung und praktischen Tipps und Werkzeugen vor Publikum oder im kleinen Kreis rhetorisch überzeugen.

Martin Dall zeigt, wie man prägnante Botschaften formuliert, treffsicher und scheinbar spontan seine Standpunkte klarmacht, sich gegen Widerstände durchsetzt und bei Unterbrechungen die Übersicht bewahrt. Die Anleitungen und Tipps in diesem Buch entstammen seiner langjährigen Erfahrung als Manager, Trainer und Unternehmer. Dabei klärt er Fragen wie: Worin liegt das Geheimnis eindrucksvoller, kurzer Statements? Wie wird man überzeugender in (Körper-)Sprache, Stimme und Argumentation?

Rhetorik benötigt man nicht nur im Beruf, sondern auch im Privatleben, denn die Art und Weise, wie man seine Gedanken formuliert und mitteilt, entscheidet darüber, wie man in seiner Familie sowie im Freundes- und Bekanntenkreis wahrgenommen wird. Die zahlreichen Tipps und Beispiele sollen dabei helfen, spontane Redesituationen, treffsichere Analysen, präzise Wortmeldungen in Meetings und Ad-hoc-Kurzreferate stets professionell zu meistern.

Martin Dall
Die Rhetorische Kraftkammer
Linde-Verlag
264 Seiten
24,90 €


Wie wir uns täglich die Zukunft versauen

Menschen handeln unvernünftig: Couch oder Bewegung? Kredit oder Sparprogramm? Luxuswagen oder Klimaschutz? „Die größten Probleme in Umwelt, Politik, Wirtschaft undPrivatleben haben ihre Ursachen in der chronischen Kurzfrist-Orientierung des Menschen.Vieles, was uns im Moment glücklich macht, schadet uns später. Weil wir nicht bereit sind, heute auf Belohnung zu verzichten, verpassen wir große Chancen für unsere Zukunft“, so der Autor Dr. Pero Mićić. Anhand von Erkenntnissen aus Psychologie, Verhaltensökonomie und Neurowissenschaft erklärt der Zukunftsmanager anschaulich und aufschlussreich, wie wir die Kurzfrist-Falle im Kopf überwinden können.

Pero Mićić
Wie wir uns täglich die Zukunft versauen
Econ
336 Seiten
19,99 €


Frag immer erst: warum
Wie Topfirmen und Führungskräfte zum Erfolg inspirieren

Jede Erfolgsgeschichte beginnt mit einer einfachen Frage: Warum? Warum sind manche Organisationen profitabler als andere? Warum werden einige Führungskräfte von ihren Mitarbeitern mehr geschätzt und andere weniger? Warum sind manche Menschen immer wieder erfolgreich? In seinem Bestseller zeigt Simon Sinek, dass erfolgreiche Persönlichkeiten wie Martin Luther King Jr. oder Steve Jobs alle nach demselben, natürlichen Muster dachten, handelten und kommunizierten. Am Anfang ihres Wirkens stand immer die Frage nach dem Warum. Mit diesem Ansatz schafften sie es, bedeutende Dinge zu vollbringen und darüber hinaus ihre Mitstreiter zu inspirieren.

Simon Sinek
Frag immer erst: warum
Redline Verlag
224 Seiten
19,99 €


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Reisetipp: Kulturstadt Weimar

Mehr als Goethe und Schiller

  • Schloss Ettersburg, heute zum exklusiven Tagungshotel umgebaut.

  • Marktplatz von Weimar – ein Treffpunkt der Kulturelite.

  • Mitten in einer Parklandschaft liegt Schloss Belvedere.

  • Vor dem Nationaltheater grüßen Goethe und Schiller.

  • Der kunstvoll restaurierte Rokoko-Saal der Anna Amalia-Bibliothek.

Die Kleinstaaterei im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation trieb nirgendwo solche Blüten wie im Gebiet des heutigen Thüringen. Dieser Flickenteppich kleiner Territorien stellte für die Herrscher eine Herausforderung dar. Sie mussten ihre Machtstellung bekunden, engagierten Architekten und Künstler, um sich gegenseitig im Bau prächtiger Schlösser und Gärten zu übertreffen. An den Höfen blühte das Geistesleben. Jede Residenz hatte ihre Bildungs- und Kultureinrichtungen – vom Theater bis zur Hofbibliothek. So war es auch kein Zufall, dass der Hesse Johann Wolfgang von Goethe und der Schwabe Friedrich Schiller im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach zusammenfanden. Bedeutende Wissenschaftler und Schriftsteller lebten hier, weil sie das verhältnismäßig liberale politische Klima schätzten.

Keine andere Region Deutschlands hat ein derartig vielseitiges kulturelles Vermächtnis hinterlassen. Davon profitiert Weimar noch heute. Besonders unter Herzogin Anna Amalia entwickelte sich die kleine Residenzstadt zu einem kulturellen Zentrum. Daran erinnert vor allem die Herzogliche Bibliothek, die bereits um 1800 zu den bemerkenswertesten deutschen Büchersammlungen zählte. Nach der Brandkatastrophe der Anna Amalia Bibliothek 2004 konnte drei Jahre später der kunstvoll gestaltete Rokokosaal wieder für Besucher frei gegeben werden. Täglich, außer montags, können bis zu 290 Gäste die Bibliothek besichtigen.

Unvergleichlich ist die Zahl berühmter Philosophen, Musiker, Maler und Architekten, die in Weimar ihre Spuren hinterlassen haben. Dazu zählen Johann Gottfried Herder und Friedrich Nietzsche, Johann Sebastian Bach und Franz Liszt, Lucas Cranach und Max Liebermann, Walter Gropius und Henry van de Velde. Und Literaturnobelpreisträger Thomas Mann verewigte in seinem Roman „Lotte in Weimar“ das ehrwürdige Traditionshotel „Elephant“, in dem er 1955 selbst als Gast logierte.

Kultur auf Schritt und Tritt

Für Weimar sollten sich Besucher ein paar Tage Zeit nehmen, so zahlreich sind hier die kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten. Neben Residenzen und Kirchen stehen vor allem die Wohnhäuser Goethes und Schillers im Mittelpunkt touristischen Interesses. In ausgedehnten Parks in und um Weimar entdeckt man so manche künstlerische Überraschung. Auf einer Anhöhe im Süden der Stadt erhebt sich Schloss Belvedere, umgeben von einer 43 Hektar großen Parkanlage, die barocke Sommerresidenz von Herzog Ernst August. Kunst und Kultur erfahren in Weimar auch heute spezielle Förderung. Neben dem Rokoko-Schloss entstand ein moderner Schul- und Internatskomplex, das Musikgymnasium „Schloss Belvedere Weimar“. Hier erhalten über hundert musikalisch besonders begabte Schülerinnen und Schüler eine umfassende Ausbildung.

Ideal für exklusive Tagungen

Schloss Ettersburg ist mit seiner Kapelle ein Gesamtkunstwerk, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Hier traf sich um 1780 ein literarisch-musischer Kreis, dem Goethe, Wieland und Herder angehörten. Heute ist es eine bevorzugte Adresse für medizinische und andere wissenschaftliche Konferenzen. Die zum Tagungshotel umgebaute Anlage hat sich mit hauseigener Sterne-Gastronomie einen Namen gemacht. Wer exklusive Tagungsorte mit kulturellem Ambiente sucht, sollte in Weimar fündig werden. Die herrschaftliche Villa Haar bildet zum Beispiel einen idealen Rahmen für Vorstandsklausuren oder Begegnungen zum „Teambuilding“. Eingebettet in Natur und Tradition, lässt es sich hier angenehm und völlig ungestört tagen.

Auch die jüngere Geschichte erlebt man in der Stadt an der Ilm auf Schritt und Tritt. Im Nationaltheater beschloss 1919 das erste demokratisch gewählte deutsche Parlament die „Weimarer Verfassung“. Sie war Grundlage für die fragile Weimarer Republik bis 1933. Keine fünf Jahre später bauten die Nationalsozialisten vor den Toren Weimars das Konzentrationslager Buchenwald und hinterließen ihre mörderische Spur. Die Buslinie 6 fährt direkt vom Goetheplatz hinauf zur KZ-Gedenkstätte. Nicht nur für die Fahrgäste prallen hier das hellste und das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte brutal aufeinander. Weimar lebt in diesem Spannungsfeld und ist gerade deswegen ein Freilichtmuseum der deutschen Klassik und der deutschen Geschichte, das immer eine herausragende Rolle spielen wird.

Weimar
64.000 Einwohner
Kulturhauptstadt Europas 1999
www.weimar.de

Tagungshotels:

www.hotelelephantweimar.com

www.schlossettersburg.de

www.villahaar.de

 

Fotos: Foto 1 : Ralph Kallenbach; Fotos 2,4: Rotger Kindermann; Foto 3: Weimar GmbH; Foto 5: © Klassik Stiftung Weimar, Foto: Maik Schuck

News

LÖWEN übernehmen Verantwortung

Unter dem Titel „LÖWEN übernehmen Verantwortung“ gibt die LÖWEN-Unternehmensgruppe erstmals einen transparenten Einblick in ihre Initiativen im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) und bekennt sich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung auf allen Ebenen. Damit agiert die LÖWEN-Gruppe als Vorbild und Vorreiter der Automatenbranche.Der CSR-Bericht 2013/2014 informiert über die nachhaltige CSR-Strategie der Unternehmensgruppe und gibt Auskunft über den Stand der Umsetzung vielfältiger CSR-Maßnahmen sowie einen Ausblick in die Zukunft. Dabei deckt der Bericht die CSR-Handlungsfelder Jugend- und Spielerschutz, Beziehungen zu Geschäftskunden und Lieferanten, Compliance, Mitarbeiter, Stakeholder-Dialog, Energie, Ökologie, Zertifizierung, Spenden, Marketing, Vertrieb und Sponsoring sowie den Bereich Verhaltensprävention und Grundlagenforschung ab.

www.loewen.de


Die MIG-ESP auf der Hannover Messe

Hoher Besuch auf der Hannover Messe: Mit Svenja Schulze begrüßte das Team der Material Innovative Gesellschaft (MIG-ESP) Nordrhein-Westfalens Innovationsministerin. Am Gemeinschaftsstand Innovationsland NRW wurden Vielfalt und Ideenreichtum des heimischen Mittelstands deutlich. Mit einer umweltfreundlichen Energiesparfarbe unterstreichen die Salzkottener die Bedeutung des Gütesiegels Made in Germany. Durch die Kombination hochatmungsaktiver Silikonharzfarbe mit dem Weißpigment Titandioxid und mikrokleinen hohlen Keramikkugeln gelingt eine Reflektion der Wärme- und Lichtenergie von etwa 80 Prozent, die zu einer Energieeinsparung von bis zu 40 Prozent führt. Ein Trumpf mehr in der Hand der Ministerin, einen Beitrag zum Erfolg der Energiewende zu leisten.

Foto: Frederic Schweizer/Foto-Sicht

www.mig-mbh.de


BCT Deutschland erhält Prädikat für Dokumentenmanagement

Mit der Auszeichnung BEST OF 2014 des Innovationspreises-IT würdigt die Initiative Mittelstand herausragende Softwarelösungen mit hohem Nutzwert für kleine und mittelständische Unternehmen. Elemenz überzeugte die Jury aus circa 100 renommierten Wissenschaftlern, Branchenexperten und Journalisten in der Kategorie Dokumentenmanagementsysteme mit seiner zuverlässigen elektronischen Aufbewahrung sowie der personen-, orts- und zeitunabhängigen Verfügbarkeit aller Dokumente.

www.elemenzstore.de


Bosse wird 50

In diesem Jahr feiert BVMW-Mitglied Bosse Design sein 50-jähriges Firmenjubiläum. Die Ostwestfalen, die seit 1992 zur Dauphin-Gruppe gehören, haben sich mit der Fertigung hochwertiger Büro- und Wohnmöbel einen Namen gemacht und verdienen mittlerweile jeden fünften Euro ihres Jahresumsatzes im Ausland. Ein Team von 70 Mitarbeitern trägt die traditionsreiche Marke mit immer neuen Ideen rund um den Globus: Selbst in China schätzt man die exklusiven Raumstruktursysteme von Bosse.

Foto: Bosse Design

www.bossedesign.de


Wellness Award: BVMW-Mitglied mit ganzheitlichem Konzept erfolgreich

Der deutsche Wellness Verband e. V. hat das Life Balance Center S.L. Casa de la Calma (Gran Canaria) mit dem Wellness Innovation Award 2014 in der Kategorie Body & Soul ausgezeichnet. Nominiert waren 30 Unternehmen weltweit. Ermittelt wurden insgesamt sechs Preisträger verschiedener Kategorien durch ein Online-Voting. Casa de la Calma bietet ein ganzheitliches Life Balance-Angebot für alle Sinne mit diversen Coachings, Trainings und persönlichen Beratungen. Wellness wird dabei als notwendige neue Lebensphilosophie verstanden.

www.life-balance-center.com


Der Mittelstand. für Smartphone und Tablet

Seit kurzer Zeit erscheint das Magazin „Der Mittelstand.“ auch digital für Smartphone und Tablet. Sie erreichen diese Ausgabe unter der Adresse http://mittelstand-mobil-3-2014.bvmw.de. Alle Ausgaben seit Dezember 2013 finden Sie im Archiv unter http://mittelstand-mobil.bvmw.de.

Noch einfacher geht es mit dem QR-Code im Editorial (Seite 3). Dazu brauchen Sie eine App, einen QR-Code-Scanner. Nach dem Öffnen aktiviert die App die Kamera des Smartphones oder des Tablets. Halten Sie nun die Kamera über den QR-Code, um diesen einzuscannen. Automatisch öffnet sich die mobile Ausgabe von „Der Mittelstand.“


Neue BVMW-Energiebroschüre

Die Verhandlungen über die Neugestaltung des EEG gehen in die finale Phase. Das grobe Konzept steht, derzeit wird nur noch an Einzelheiten gefeilt. Der BVMW bringt sich aktiv in diese Verhandlungen ein und war bereits Teil mehrerer Anhörungen. Insgesamt bewertet der Mittelstand den Gesetzesentwurf verhalten positiv. Es sind Tendenzen in die richtige Richtung vorhanden, jedoch bieten einige Aspekte wie die zu hohe Belastung von Eigenverbrauch Grund zur Sorge. Mit der Energiebroschüre möchte der BVMW sowohl die öffentliche Debatte zur aktuellen Reform anstoßen, als auch eine Vision für einen Strommarkt der Zukunft aufzeichnen.

Das Papier ist abrufbar unter:
www.bvmw.de/fileadmin/download/
Downloads_allg._Dokumente/
20140403_Energiewende.pdf


GreenTec Awards 2014

Mit dem Projekt „Bio-Natur-Strohhalme“ in der Kategorie Lifestyle haben Sie sich Jana Gessert und Dominik Wagner von Bio-Strohhalme.com unter 200 internationalen, innovativen Bewerbern durchgesetzt. Jährlich werden in Deutschland über 40 Milliarden Trinkhalme aus Plastik verbraucht. Daraus entstehen 25.000 Tonnen Plastikmüll. Jana Gessert und Dominik Wagner haben eine Alternative gefunden, einen Natur-Strohhalm zu produzieren. Mit jedem Natur-Strohhalm wird ein Plastikhalm weniger verwendet.

www.bio-strohhalme.com


BVMW gibt Denkanstöße zu Steuerpolitik

Zu seinem zweiten Parlamentarischen Abend lädt der BVMW im Rahmen seiner Mittelstandsallianz exklusiv alle Abgeordneten des Deutschen Bundestags am 25. Juni an den Pariser Platz ein. Aus erster Hand werden die Parlamentarier erfahren, welche Stellschrauben in der Steuer- und Finanzpolitik für den Mittelstand unabdingbar sind.


Gießerei Behr – BVMW-Mitglied feiert 175. Gründungsjubiläum

Christian Gustav Adolf Behr gründete das Familienunternehmen als Drechslerei am 1. Juli 1839 in Berlin. Heute wird es von seinen Urenkeln Markus und Johannes Behr in bereits fünfter Generation geführt. Die Geschichte der Gießerei spiegelt auch die deutsche Geschichte wider. Sie reicht von den Aufträgen französischer Hutmacher über die Produktion von Grauguss für die russischen Besatzer im Juli 1945 bis zur Enteignung in der DDR und der Rückübertragung des Unternehmens nach der Wiedervereinigung. Heute produziert die Gießerei mit ihren 20 Mitarbeitern u. a. Industrie- und Schilderguss und stellt Stadtmobiliar her.

Foto: privat

www.behr-giesserei.de

Produkte für die Zukunft

BVMW-Mitglied macht es möglich, eigene Designideen zu verwirklichen

Der Mittelstand portraitiert die Wirtschaftswelt

In jeder Ausgabe stellt Der Mittelstand. innovative Mitgliedsunternehmen und ihre Produkte vor. Diesmal die Firma Kegelmann Technik GmbH aus Hessen mit der Marke CYODE.

Stephan Kegelmann ist Fachmann der ersten Stunde auf dem Gebiet des Rapid Prototypings (schneller Modellbau). Mit seinem Unternehmen Kegelmann Technik GmbH startete er vor vielen Jahren als Einmannunternehmen mit einer der ersten Stereolithographie-Anlagen in Europa. Heute bietet er mit der neuen Marke CYODE eine Dienstleistung der besonderen Art.

CYODE steht für einen zentralen Gedanken, der sich hinter dem Trend des 3D-Druckens und der Fertigung „on demand“ verbirgt: Create Your Own Design.

Mit Laserstrahlen Polyamidpulver „Nylon“ schmelzen

Durch das revolutionäre Herstellungsverfahren im 3D-Drucker müssen Produkte nicht mehr zwangsläufig über Werkzeuge gefertigt werden. Zudem ist es mit CYODE möglich, eigene Designvorstellungen umzusetzen. Die SLS-Sinterstation – der sPro 60 HD Drucker – fertigt Produkte in hoher Auflösung und besitzt die Fähigkeit verschiedenste thermoplastische Kunststoffe zu verarbeiten.

Per Laser sintern

Dabei werden die am Computer erstellten 3D-Daten in viele Schichten aufgeteilt. Während der Produktion entsteht schließlich das Bauteil Schicht für Schicht.

Ideen freien Lauf lassen

Diese neue Produktionsform ist weitaus mehr als eine Möglichkeit zur unkomplizierten Fertigung von Produkten in geringer Stückzahl. Sie bietet die Chance, neue und gewöhnliche Produkte zu denken und die eigenen Vorstellungen zu realisieren. Noch nie ließen sich Fertigungsideen unkomplizierter umsetzen.

Qualität muss stimmen

Produktdesigner und Kunden, die CYODE als Herstellungs- und Vertriebspartner wählen, haben hohe Ansprüche. Hier muss nicht nur das Aussehen stimmen und durch Individualität auffallen, auch die Qualität muss überzeugen. Der Kunde kann entscheiden, wie oft der Entwurf realisiert werden soll.

Smartphone Cover mit eigenem Schriftzug verzieren

Der Store bietet unter anderem Smartphone Cover an, hier kann der Kunde über Farbe und Design entscheiden. Das individuell gestaltete Cover kann zudem mit einem Schriftzug verziert werden. Zukünftig sollen noch weitere ausgesuchte und hochwertige Produkte aus dem 3D-Drucker die Angebotspalette erweitern.

(Fast) Alles ist möglich

Neue Formen und Produkte können kreiert und problemlos angefertigt werden. Hier ein Fantasiemodell aus dem 3D-Drucker.

Unternehmensphilosophie

Im Mittelpunkt der Leistungen und Ziele steht immer der Kunde. Qualitätsorientiert, verantwortungsbewusst, ehrlich, motiviert, teamorientiert, das sind die bewusst einfachen Orientierungspunkte, die für das Unternehmen gelten. Fair, vertrauensvoll, transparent, persönlich, lösungsorientiert, so organisiert CYODE aus Überzeugung die Zusammenarbeit mit den Kunden.

Unternehmensprofil

Kegelmann Technik GmbH
Gründer und Geschäftsführer: Stephan Kegelmann
Gründung Kegelmann Technik GmbH: 1989
Gründung der Marke CYODE: 2013
Mitarbeiter: 85
www.cyode.de
www.ktechnik.de

In diesem Jahr feiert das Unternehmen Kegelmann Technik GmbH sein 25-jähriges Bestehen.

 

Fotos: Kegelmann Technik GmbH

Lange Leitung

Sosta liefert Edelstahlrohre für Erdgasprojekt im Oman

  • 12.500 Tonnen Rohre verließen 2013 den Betrieb.

  • Unter anderem aus riesigen Stahlplatten entstehen Rohre in Könnern.

  • Olaf Ziesmann und sein Nachfolger Thomas Kruessel begutachten Edelstahlrohre.

  • Kay Breborowicz und Sven Kießling überwachen die Kalibrierungsmaschine, auf der die geschweißten Rohre ihre endgültige Form erhalten (v. li.).

  • Ein Mitarbeiter überwacht die Fertigung bei Sosta in Könnern.

Aus Sachsen-Anhalt in die Wüste:
Die Sosta GmbH & Co KG aus Könnern hat den bislang größten Auftrag seit der Firmengründung vor zwanzig Jahren erhalten. Für ein Erdgasprojekt liefert das Unternehmen als Partner von British Petroleum in den kommenden zweieinhalb Jahren 14.000 Tonnen Edelstahlrohre in den Oman.

Werkleiter Olaf Ziesmann ist über diesen Erfolg sichtlich zufrieden. „Die Hälfte unserer Kapazitäten bei der Bandrohrherstellung ist damit gebunden“, sagt er. Im Juni starten die Lieferungen in die Wüste. Dort werden Gasleitungen in einer Gesamtlänge von 208 Kilometern mit den Rohren aus Sachsen-Anhalt verlegt. Sie verbinden künftig rund 300 Bohrstellen miteinander. Der Auftrag fordert eine logistische Meisterleistung. Zunächst werden die Rohre in die Niederlande geliefert, wo sie eine spezielle Beschichtung aus Kunststoff erhalten. Von dort erfolgt der Versand per Seecontainer in den Oman.

1994 gegründet, wollte die Firma ursprünglich vom nahen Chemiedreieck Halle-Bitterfeld profitieren. Das Konzept privater Investoren ging jedoch nicht auf. Aus der Insolvenz heraus kaufte rund zehn Jahre später die Sosta BV aus den Niederlanden die Produktionsstätte mit damals 40 Mitarbeitern. Ihre Zahl ist mittlerweile auf 110 gestiegen, dazu kommen bis zu 30 Leiharbeiter, um Fertigungsspitzen abzufangen. Vor zwei Jahren wurde eine neue Werkhalle errichtet. Seit der Übernahme flossen rund 30 Millionen Euro in die Kapazitätserweiterung und moderne Technik.

Während der Produktion wird aus Stahlplatten oder aus Coils (Bandstahlrollen) in einem einzigen Arbeitsgang das Rohr geschweißt, wärmebehandelt und einer zerstörungsfreien Prüfung unterzogen. Es zeichnet sich unter anderem durch eine hohe Korrosionsbeständigkeit aus und findet beispielsweise Einsatz im Hochtemperaturbereich. Heute liefert Sosta seine Erzeugnisse fast ausschließlich ins Ausland. Kunden kommen vor allem aus dem asiatischen Raum und von der arabischen Halbinsel. 12.500 Tonnen Rohre verließen 2013 den Betrieb, nachdem 2009 aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise mit 8.000 Tonnen ein Tiefpunkt erreicht war.

Im Herbst verabschiedet sich Olaf Ziesmann von dem riesigen Projekt im Oman. Der Ruhestand des 64-Jährigen steht bevor. Diesen Weg geht er nach zwölf Jahren ruhigen Gewissens. Seit dem Herbst des vergangenen Jahres steht ihm bereits Thomas Kruessel zur Seite. Der 42-jährige Ingenieur aus dem Emsland arbeitet seit 2005 in Ostdeutschland. Den Wechsel in seine neue Heimat bereut er nicht. Bei Sosta hat Kruessel eine klare Perspektive. „Es wird in den nächsten Jahren keinesfalls langweilig werden“, lautet seine Einschätzung.

Sosta GmbH & Co KG
Der Name des Unternehmens Sosta ist von der Kurzform des Wortes Sonderstahl abgeleitet. Der Betrieb entstand 1994. Nach der Übernahme 2003 durch ein niederländisches Handelsunternehmen arbeiten dort heute 110 Frauen und Männer.

In den vergangenen zehn Jahren wurden rund 30 Millionen Euro in neue Anlagen investiert.

www.sosta.com

 

Fotos: Klaus-Peter Voigt

Kurz vorgestellt

Hier bieten wir Mitgliedern unseres Verbands die Möglichkeit, ihr Unternehmen vorzustellen

Badger Meter Europa GmbH

Als namhafter Hersteller von Mess- und Regeltechnik beliefern wir weltweit die Wasser- und Abwasserwirtschaft, Chemie- und Pharmaindustrie, Prozess- und Verfahrensindustrie sowie die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Zweige wie die Kfz-Industrie, Kraftwerke, Anlagenbauer, Pilotanlagen und Forschungsinstitute werden von uns mit hochwertigen Durchflussmessgeräten, Schmierölzählern und Regelventilen versorgt.
Hauptsitz: Neuffen
(Baden-Württemberg)
www.badgermeter.de

 

Lange Trockenbaudesign GmbH

Wir bieten individuelle Lösungen im Innenausbau, bei Trockenbaudesign und Gestaltung, Akustikbau, Dachgeschossausbau, Schallschutz und Brandschutz. Ob Wand-Decken-Bodensysteme oder ganze Hausbauprojekte, Lange Trockenbaudesign ist ein zuverlässiger Partner, der Nachhaltigkeit und höchste technische Standards verbindet. Alle Design- und Gestaltungselemente werden von uns selbst angefertigt und weltweit per Express geliefert.
Hauptsitz: Bad Klosterlausnitz
(Thüringen)
www.lange-trockenbaudesign.de

 

JDS-Events

WJDS-Events hat sich auf die Organisation von Touren und Veranstaltungen spezialisiert. Unsere Kunden schätzen individuelle Beratung, ein auf sie zugeschnittenes Angebot sowie unser Engagement vor Ort.

RheinEmotion bietet kompetente Planung, individuelle Tourengestaltung und Event- und Messeorganisation inklusive Fotoservice – all dies auch für die nächste Produktpräsentation, Firmenfeier oder den Betriebsausflug.


Hauptsitz: Oppenheim
(Rheinland-Pfalz)
www.rheinemotion.de

 

NPB Veranstaltungstechnik oHG

Die NPB Veranstaltungstechnik oHG vereint kreative Köpfe für Corporate Events wie Konferenzen, Hauptversammlungen oder Messen. Sie sieht sich als technischen Full-Service-Dienstleister für fast alle Branchen mit Fachwissen in den Bereichen Automation und Robotik, Bahntechnik, Chemieanlagenbau sowie Nutzfahrzeuge. Kunden werden Lösungen und Projektbetreuung für Video, Ton sowie Licht oder Messebau geboten.
Hauptsitz: Wilnsdorf/Siegen
(Nordrhein-Westfalen)
www.npb-online.de

 

DELTA International CITS GmbH

Seit 1998 bieten wir global tätigen Unternehmen Übersetzungen und Softwarelokalisierung in 50 Sprachen und über 100 Sprachkombinationen an. Über 1000 muttersprachliche Fachübersetzer kümmern sich um Übersetzung, Lokalisierung, Contentberatung und Audioproduktionen in den Bereichen technische Dokumentation, Software und Multimedia, Marketing, Unternehmenskommunikation, Internetpublikationen, Webseiten und E-Learning.
Hauptsitz: Bonn
(Nordrhein-Westfalen)
www.dicits.com

 

PKE Deutschland GmbH

Wir sind eine Tochtergesellschaft der österreichischen PKE Electronics AG und derzeit mit acht Niederlassungen in Deutschland aktiv. Die PKE ist ein führender Systemintegrator von komplexen Projekten der Sicherheits-, Kommunikations- und Multimediatechnik sowie der Verkehrstechnik. Wir beraten Sie herstellerneutral in allen Phasen Ihrer Projekte und unterstützen Sie mit eigenen Produkten und bewährten Lösungen.
Hauptsitz: Stuttgart
(Baden-Württemberg)
www.pke-de.com

 

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BVMW Redaktion
Tel.: 030 / 53 32 06-16
Fax: 030 / 53 32 06-50
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Foto: José Carlos Pires Pereira - istockphoto.com

Modernes Konfliktmanagement

BVMW-Schiedsgericht konstituiert – Service für Unternehmen

Konflikte werden auf jeder Eskalationsstufe teurer, diese bittere Pille mussten schon viele Unternehmer vor Gericht schlucken. Moderne Strategien der Konfliktbewältigung zielen daher zunehmend auf Schieds- und Schlichtungsverfahren, eine Einigung außerhalb staatlicher Gerichte und möglichst mit einem Win-win-Ergebnis für beide Parteien. Vor mehr als einem Jahrzehnt schuf der BVMW in seiner Satzung die rechtlichen Voraussetzungen, um auch seinen Mitgliedern diese Alternative einer Streitbeilegung zu eröffnen.



Der BVMW liegt damit im internationalen Trend, Konflikte außerhalb der staatlichen Gerichtsbarkeit zu lösen.

Ende 2013 wählte die Bundesversammlung ein neues BVMW-Schiedsgericht, das sich unlängst konstituierte und aus seiner Mitte Rechtsanwalt Prof. Dr. Volker Römermann zum Vorsitzenden und Rechtsanwalt Horst Leis zu seinem Stellvertreter wählte. Nach der Satzung ist das Schiedsgericht für alle Streitigkeiten innerhalb des Verbandes und seiner Organe zuständig. Der BVMW liegt damit im internationalen Trend, Konflikte außerhalb der staatlichen Gerichtsbarkeit zu lösen. Schiedsgerichte sind mit Personen aus den Reihen der Konfliktparteien besetzt. Dies garantiert eine hohe Fachkompetenz und Sachnähe. Nicht selten wird von Unternehmern gerade unternehmerischer Sachverstand in den Gerichten schmerzlich vermisst.

Das Schiedsgerichtspräsidium hat daher beschlossen, Unternehmen die Beilegung von Konflikten auch in freiwilligen Schlichtungs- und Schiedsangelegenheiten anzubieten. Hierzu werden Spezialkammern gebildet, die mit ausgewiesenen Fachleuten besetzt sind. Schiedsgerichtspräsident Prof. Römermann lehrt an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist darüber hinaus Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht und Arbeitsrecht. Der Stellvertretende Vorsitzende Horst Leis LL.M. ist Fachanwalt für Informationstechnologierecht sowie Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz und engagiert sich neben seiner Verbandstätigkeit im Deutschen Anwaltverein in diversen IT- und IP-Gremien. Dr. Karlheinz Knauthe ist Experte im Unternehmensrecht sowie Immobilien-Wirtschaftsrecht. In dieser Eigenschaft hat er zahlreiche Großprojekte begleitet und macht sich für eine Kammer für Wirtschaftsrecht stark. Gunther Freiherr von Mirbach ist als Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht sowie im Immobilienrecht tätig. Rechtsanwalt Martin Voß bewegt sich seit vielen Jahren in der Gesundheitsbranche und bietet bei Streitigkeiten in Arztpraxen ein hohes Maß an Kompetenz und Erfahrung. Dr. Arno Wittmann machte sich in der Finanzbranche einen Namen und wird sich in einer Kammer für Wirtschaftsrecht engagieren.

Das Schiedsgericht erläutert seine Leistungen für den Mittelstand in einer eigenen Rubrik des BVMW-Internet-Auftrittes und ist damit ein weiterer Baustein im umfassenden Angebot des größten freiwilligen Zusammenschlusses der mittelständischen Wirtschaft. Der BVMW legt Wert auf den persönlichen Kontakt, von Mensch zu Mensch. Daher können sich interessierte Unternehmer auch an ihre Leiter der Kreisverbände vor Ort wenden, die gerne einen „direkten Draht“ zu dem BVMW-Schiedsgericht und seinen Schiedsrichtern herstellen.

Foto: ty - Fotolia.com

Exklusivvortrag von Nobelpreisträger Harald zur Hausen

Bundeswirtschaftssenat am Puls internationaler Spitzenforschung

Mitglieder des Bundeswirtschaftssenats zu Gast bei der Firma Physik Instrumente in Karlsruhe.

Rund 60 Unternehmer und Unternehmerinnen konnten in Karlsruhe nachvollziehen, warum Baden-Württemberg eine führende Stellung in Forschung und Entwicklung nicht nur in Deutschland hat, sondern auch zusammen mit den Regionen Lombardei, Katalonien und Rhône-Alpes zu den „Vier Motoren Europas“ zählt.

Beim Karlsruher Bau-Dienstleistungsunternehmen Vollack bewunderte die Gruppe nicht nur die fortschrittliche Architektur. Mit einer flachen Hierarchie und einer dezentralen Organisation managt das Unternehmen das Geschehen an zehn Standorten. Das Karlsruher Institut für Technologie brachte dank einer intelligenten Struktur in über 150 Instituten mit knapp 10.000 Mitarbeitern und 24.000 Studenten 129 Erfindungen und 52 Patente im vergangenen Jahr heraus. Die Firma Physik Instrumente, ein Marktführer im Bereich der Nano- und Piezotechnologie, zeigte, wie sie sich mit Qualität und unternehmerischer Weitsicht Aufmerksamkeit am Markt verschaffte und 750 Mitarbeitern ermöglichte, 250 Patente zu entwickeln. Als Höhepunkt referierte Senatsehrenmitglied Prof. Dr. Harald zur Hausen im Ettlinger Schloss über seine Forschungsarbeiten zum Thema Krebsentstehung und -vermeidung, wofür er 2008 den Nobelpreis erhalten hatte. Mit badischer Lebensqualität wurde der Tag im Barocksaal des Ettlinger Schlosses abgeschlossen. BVMW-Vorstandsmitglied Arthur Zimmermann hatte die Gäste begrüßt und über die neuesten Aktivitäten des führenden deutschen Mittelstandsgremiums informiert.

Die Senatoren dokumentieren durch ihre Mitgliedschaft im Bundeswirtschaftssenat ihr Bewusstsein und ihr aktives Engagement für eine nachhaltige, ökosoziale und verantwortliche Unternehmensführung. Sie stehen für die unternehmerische Verantwortung in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

 

Foto: fotofischer.com

Machtvoll für den Mittelstand

High-Potential-Fachtagung des BVMW – Konkrete Lösungen für Unternehmer

Richtungsweisend: Mittelstandspräsident Mario Ohoven gab Impulse für die erfolgreiche Verbandsarbeit.

Mario Ohoven gab die Richtung vor. „Millionen Mittelständler brauchen eine starke Interessenvertretung – den BVMW“. Zur Eröffnung der High-Potential-Fachtagung in Königswinter nannte der Mittelstandspräsident die größten Belastungen für die Unternehmen: Energiekosten, Steuern und Abgaben, Mindestlohn. Und zog eine erste Bilanz der politischen Erfolge unseres Verbandes unter Schwarz-Rot: Von der Flexirente über die Gewinn-Thesaurierung bis zu Ausnahmen beim staatlichen Lohndiktat. Der BVMW hat entscheidene Verbesserungen bewirkt.

Mahner: Bundesminister a. D. Dr. Wolfgang Gerhard, FDP.

Die Herausforderungen für Deutschland nahm auch der Vizepräsident des NRW-Landtags, Dr. Gerhard Papke, in den Blick. Hart ging FDP-Urgestein und Staatsminister a. D. Dr. Wolfgang Gerhardt, heute Mitglied im Politischen Beirat des BVMW, mit der Großen Koalition ins Gericht. Der Bundestag habe mit dem Rentenpaket Vorhaben von 160 Milliarden Euro verabschiedet, „die die zahlen müssen, die morgen noch nicht einmal wählen dürfen“. Seine Mahnung wurde durch Zahlen und Fakten von Mittelstandsforscher Prof. Dr. Michael Woywode (Uni Mannheim) untermauert.

Bei der Fachtagung ging es um den Nutzen, den die Verbandsrepräsentanten ihren Mitgliedern vor Ort vermitteln. Dem dienten Workshops, etwa zum Veranstaltungsmanagement, und Vorträge von Spitzenreferenten, wie Marketingspezialist Gerhard Fuchs oder Toptrainer Frank Vogt. Der frühere Wuppertaler Oberbürgermeister Dr. Hans Kremendahl zeigte an Praxisbeispielen, wie der BVMW die Unternehmer bei der Durchsetzung ihrer Forderungen gegenüber der Kommunalpolitik erfolgreich unterstützen kann. BVMW-Projektleiterin Alexandra Horn stellte mittelstandsrelevante Vorhaben der Bundesregierung zu IT und Compliance vor, in die der Verband eingebunden ist. Außenwirtschaftsleiter Rainer Ptok berichtete über konkrete Ergebnisse der Auslandsreisen und Botschaftertreffen von Mario Ohoven.

Am Schlusstag des Treffens der Besten analysierte BILD am Sonntag-Vizechef Michael Backhaus das Ergebnis der Europawahl. Sein Fazit: Eigentlicher Wahlsieger ist die SPD, Angela Merkel wurde geschwächt. „Think global, act local“ – dieses Erfolgsgeheimnis der 1.300 Hidden Champions aus dem deutschen Mittelstand gab Mario Ohoven den Verbandsrepräsentanten motivierend mit auf den Weg. Sie dankten ihm mit Standing Ovations für eine phantastische Tagung.

  • Rhetorisch punkten: Frank Vogt, Präsentationsprofi und Trainer.

  • Weltstar Abi Ofarim exklusiv beim BVMW.

  • Dr. Gerhard Papke, Vizepräsident des Landtags Nordrhein-Westfalen, FDP.

  • Profunde Wahlanalyse: Michael Backhaus, stellvertretender Chefredakteur Bild am Sonntag.

  • Erfahrungsaustausch: Miteinander und voneinander Lernen in Workshops.

  • Auf Tuchfühlung mit der Politik, u. a. mit FDP-Spitzenpolitiker Bundesminister a. D. Dr. Wolfgang Gerhardt, Staatssekretär a. D. Dr. Hans Kremendahl und Dr. Gerhard Papke.

  • Opernstar Julia Novikova und Carlos Vasquez am Flügel begeisterten das Publikum.

  • Spitzenökonom Prof. Dr. Michael Woywode, Leiter des Instituts für Mittelstandsforschung an der Universität Mannheim.

  • Topreferent und Marketingspezialist Gerhard Fuchs.

Fotos: Steffen Höft

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